Bei vielen KMU lassen sich Privates und Geschäftliches nicht einfach trennen: Der Unternehmer und sein Betrieb sind eine Symbiose. Diese emotionale Bindung trägt wesentlich zum unternehmerischen Erfolg bei. Oft hat dies zur Folge, dass das gesamte Vermögen des Unternehmers in der Firma gebunden ist. Dafür vernachlässigt der Unternehmer häufig seine privaten Angelegenheiten, und er tut sich schwer, sie zu delegieren. Als ungünstiger Nebeneffekt sind das unternehmerische Risiko und die Marktrisiken der übrigen Vermögenswerte nicht oder nur ungenügend diversifiziert.

Bei der Entflechtung helfen

Die Nachfolgegestaltung ist deshalb ein komplexer und anspruchsvoller Prozess, der direkt ins Private und ins Geschäftliche einwirkt. Erfahrungsgemäss ist es hier angezeigt, schon früh vorzuspuren. Im Idealfall rund zehn Jahre vor dem Rückzug aus der operativen Tätigkeit. Die Nachfolgeregelung ist umso leichter, je besser das Vermögen schon im Vorfeld organisiert und strukturiert ist.

Im Zuge einer sauberen Nachfolgregelung drängt sich eine Entflechtung auf. Es gilt, die privaten Vermögensteile des Patrons steueroptimal aus dem Unternehmen zu lösen. Dies mit dem Ziel, dass der Unternehmer unbeschwert in die dritte Lebensphase treten kann und gleichzeitig der Bestand des Betriebes gesichert ist. Auch kann bei der Unternehmensbewertung geholfen und mit dem Beziehungsnetz der Bank die Suche nach einem geeigneten Nachfolger unterstützt werden.

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Die umfassende Beratung beginnt mit einer sauberen Auslegeordnung, aus der sich die individuellen Bedürfnisse des Unternehmers, aber auch Notwendigkeiten ableiten lassen. Dabei ist die Vorsorge- und Steuerplanung eine der Grundlagen für die private Nachfolgeregelung. Dazu ein Beispiel: Lässt sich der Unternehmer einen Lohn auszahlen, so kann es sinnvoll sein, für ihn und das obere Kader im überobligatorischen Bereich der 2. Säule eine rechtlich zulässige Speziallösung anzustreben, welche die Vorsorge- und Steuersituation nachhaltig verbessert.

Ergänzende Dienstleistungen

Um die private Seite der Nachfolgregelung umfassend abzudecken, sind Vermögensverwalter gefragt, die nebst den Kernaktivitäten Anlageberatung und Vermögensverwaltung die nötigen Zusatzdienstleistungen aus einer Hand anbieten. So namentlich die Finanz- und Liquiditätsplanung, aber auch die Rechtsberatung: Geholfen wird so bei der Ausgestaltung von Ehe- und Erbverträgen, letztwilligen Verfügungen oder auch bei der Gründung und dem Betrieb einer gemeinnützigen Stiftung. Eine wichtige Aufgabe ist aber auch die Immobilien- und Kunstberatung, die ebenfalls spezifisches Know-how voraussetzt.

Die Ausrichtung dieser ergänzenden Dienstleistungspalette bedeutet nicht, dass der Vermögensverwalter seine Grenzen nicht kennt. Bankiers sind zwar keine Anwaltskanzlei noch sind sie Treuhandfirmen, aber sie begleiten ihre Kunden im Rahmen ihrer umfassenden Finanzberatung auch bei Beizug externer Spezialisten.

Erb- und steuerrechtliche Folgen

Je nach Ausgestaltung haben die Übergabe oder der Verkauf unterschiedliche erbrechtliche und steuerliche Folgen. Wird - um ein Beispiel zu nennen - der Kauf mit im Zeitpunkt des Verkaufs bereits vorhandenen und handelsrechtlich ausschüttungsfähigen Reserven finanziert, so kann dies für den Verkäufer unangenehme Steuerfolgen haben. Der steuerlich relevante Tatbestand der sogenannten Teilliquidation wäre erfüllt, und die ausgeschüttete Substanz würde beim Verkäufer als Einkommen besteuert. Solche und andere Steuerfallen lassen sich bei guter Vertragsgestaltung umgehen.

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Bei guter finanzplanerischer Vorarbeit ist die Nachfolgregelung keine Last, sondern ein organischer Übergang, den Private- Banking-Anbieter begleiten.