Der umweltfreundliche und nachhaltige Konsum wird im Zuge der globalen Klimaerwärmung zunehmend zum Trend. Es lässt sich weder abstreiten noch schönreden: Der weltweite Klimawandel ist Realität und eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, die es zu lösen gilt. Um die Auswirkungen der globalen Erwärmung in einem möglichst kontrollierbaren Rahmen zu halten, müssen die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mehr als die Hälfte gegenüber 1990 gesenkt werden. Das ist kein leichtes Unterfangen.

Entschieden zu hoch

Eine erhebliche Rolle spielt dabei der private Konsum: In der Schweiz verursacht jede Person pro Jahr 5,8 t CO2-Emissionen. Berücksichtigt man zudem die sogenannten grauen Emissionen, die durch den Import von Konsumgütern und elektrischem Strom entstehen, steigt diese Zahl auf über 10 t pro Person. Sollen die Treibhausgase wie geplant um 50% reduziert werden, ist diese Menge entschieden zu hoch - lässt ein solches Vorhaben doch nur noch Emissionen von etwa 2 t pro Person und Jahr zu.

Eine mögliche Lösung hierfür wird seit Kurzem unter dem Stichwort «klimaverträglicher Konsum» diskutiert. Dabei stellt sich die Frage: Wie ist ein solches «nachhaltiges Einkaufen» realisierbar?

Einheitliche Erhebungsmethoden

Konsumenten wünschen sich zunehmend die Möglichkeit, klimafreundlich einkaufen zu können. Doch nur allzu oft fehlt ihnen hierzu die Kenntnis über die Umwelteinflüsse, insbesondere die CO2-Emissionen, der angebotenen Produkte und deren Verpackungen. Um solche Informationen bereitzustellen und verschiedene Waren und Dienstleistungen untereinander vergleichen zu können, braucht es einheitliche und allgemein akzeptierte Erhebungsmethoden. Genau diese fehlen jedoch bislang im Lebensmittel- und Konsumgüterbereich. Diese Lücke soll das 2008 ins Leben gerufene «Product Carbon Footprint»-Pilotprojekt schliessen.

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Auf eine solide Basis stellen

Der Product Carbon Footprint (PCF) - auch CO2-Fussabdruck genannt - bezeichnet die Bilanz der CO2-Emissionen, die ein Produkt über seinen Lebenszyklus hinweg verursacht. Darunter fällt die gesamte Wertschöpfungskette: Von der Herstellung und dem Transport der Rohstoffe und Vorprodukte über die Produktion und Distribution bis hin zur Nutzung und Entsorgung.

Am Pilotprojekt beteiligen sich zehn namhafte Unternehmen aus dem Industrie- und Dienstleistungssektor. Getragen wird das Projekt vom WWF Deutschland, dem Öko-Institut sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Ziel ist es, die Bewertung der Klimaverträglichkeit von Produkten auf eine solide wissenschaftliche Basis zu stellen und fundierte, international einheitliche Erhebungsmethoden zu entwickeln.

Bislang ist es den beteiligten Unternehmen gelungen, für 15 Produkte - teilweise inklusive Verpackungen und deren Entsorgung - einen solchen CO2-Fussabdruck zu ermitteln. Angaben dieser Art sollen die Konsumenten darin unterstützen, in Zukunft klimafreundliche Kaufentscheidungen zu fällen.Zu den zehn am Pilotprojekt beteiligten Unternehmen gehört auch Tetra Pak Deutschland/Schweiz, eine Ländergesellschaft des Weltmarktführers von Verarbeitungs- und Verpackungslösungen für flüssige Nahrungsmittel. Seit über 50 Jahren sind die Getränkeverpackungen von Tetra Pak ein fester Bestandteil des täglichen Lebens - auch in der Schweiz.

Das Unternehmen sei sich deshalb seiner Verantwortung gegenüber den Konsumenten und der Umwelt sehr bewusst, wie Heike Schiffler, Direktorin Kommunikation und Umwelt der deutsch-schweizerischen Tetra-Pak-Gruppe, betont.

Sie sieht daher die Beteiligung am PCF-Pilotprojekt in Einklang mit der Firmenphilosophie: «Unser Unternehmensmotto Tetra Pak - schützt, was gut ist spiegelt seit jeher unsere Verpflichtung zu umweltfreundlichen Kartonverpackungen und Produktionsprozessen wider. Unsere Beteiligung am PCF-Pilotprojekt ist somit eine weitere Station innerhalb dieses langjährigen Engagements.»

Unternehmen bietet ein CO2-Fussabdruck generell einige Vorteile: Zum einen steigert die Ermittlung des PCF das Bewusstsein der Entscheidungsträger und der Mitarbeitenden für die Klimarelevanz der eigenen Produkte. Zum anderen weist der PCF Möglichkeiten auf, wo entlang der Wertschöpfungskette noch Verbesserungspotenzial besteht.

Gegenwärtig befindet sich das PCF-Projekt noch in der Pilotphase. Als Zwischenfazit lässt sich jedoch Folgendes festhalten: Derzeit gibt es keine Methode, mit der sich die Klimaverträglichkeit von Produkten aussagekräftig messen oder vergleichen lässt. Langfristig bietet ein CO2-Fussabdruck jedoch die Chance, die klimaschonende Herstellung von Produkten und einen nachhaltigen Konsum zu fördern, und ist damit sowohl für Unternehmen als auch für Konsumenten wegweisend für die Zukunft.