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Abhör-Skandal
Wenn US-Firmen mit dem Geheimdienst kooperieren

Apple, Facebook, Microsoft und McAfee: Diese Firmen sollen mit der NSA zusammengearbeitet haben. (Bild: Keystone)

Der Abhör- und Datenskandal in den USA erreicht seinen nächsten Höhepunkt: Tausende US-Firmen sollen einem Medienbericht zufolge dem Geheimdienst NSA den Zugang zu sensiblen Daten erleichtert haben.

Veröffentlicht am 14.06.2013

Die Zusammenarbeit zwischen US-Geheimdiensten und US-Unternehmen ist laut einem neuen Medienbericht breiter als es die jüngsten Enthüllungen vermuten liessen. Tausende Firmen würden die Geheimdienste mit Informationen versorgen und bekämen dafür Zugang zu Spionage-Erkenntnissen. Dies berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Die Unternehmen gäben dabei Informationen wie Geräte-Spezifikationen weiter, um Kundendaten gehe es nicht. Mit solchem Wissen könnten die Geheimdienste zum Beispiel fremde Computer leichter ausspähen. An diesen Kooperationen beteiligten sich verschiedenste US-Unternehmen wie Hersteller von Software und Geräten, Banken, Anbieter von Satelliten-Kommunikation und Spezialisten für Internet-Sicherheit, schrieb Bloomberg.

Microsoft und McAfee auf der Liste

So liefere der Software-Riese Microsoft Geheimdiensten Informationen über Fehler in seiner Software, bevor die Schwachstellen mit Updates geschlossen wurden. Ein Konzern-Sprecher sagte Bloomberg, solche Vorab-Hinweise sollten der Regierung einen Vorsprung für die Risiko-Einschätzung geben. Ein weiterer Partner sei der Sicherheitssoftware-Spezialist McAfee, schrieb Bloomberg. Die inzwischen zum Chip-Hersteller Intel gehörende Firma könne wertvolle Informationen über den Datenverkehr im Internet und Cyber-Attacken aus dem Ausland liefern, hiess es.

McAfee-Technologiechef Michael Fey sagte der Nachrichtenagentur, man teile keine Kundeninformationen, aber liefere Sicherheitstechnologien und Daten über Angriffe. Die Zusammenarbeit der Unternehmen mit den US-Geheimdiensten bleibe im rechtlichen Rahmen, betonten die Bloomberg-Quellen. Einige US-Telekommunikationsfirmen hätten Geheimdiensten Zugang zu Standorten und Daten ausserhalb der USA gewährt - was im Heimatland die Zustimmung eines Richters erfordert hätte. 

Sammlung von Internet- und Telefondaten

Die Kontakte seien nur wenigen Personen bei den Firmen bekannt und würden oft direkt über die Chefetage eingefädelt. Die Informanten gaben an, solche Unterstützung durch die Unternehmen erlaube es den US-Diensten, Schwachstellen in Software auszunutzen, die an Regierungen anderer Länder verkauft werde.

Zuletzt veröffentlichten amerikanische und britische Medien mehrere Berichte über Spionageaktionen der US-Geheimdienste. Dabei ging es unter anderem um die geheime Sammlung von Internet- und Telefondaten über Privatpersonen rund um den Globus. Der ehemalige Geheimdienstler Edward Snowden hatte mit seinen Enthüllungen den Spionage-Skandal ins Rollen gebracht. Er floh in die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong und hält sich derzeit an einem unbekannten Ort auf.

(muv/jev/sda)

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