Wie gewohnt landete der Swiss- Linienflug LX 236 auch am 13. Mai in Kairo. Eher ungewohnt war für die aus Zürich kommenden Pas-sagiere die Einreise in Ägypten. Nicht, weil man durch das vor kur-zem eröffnete Terminal 3 zu schreiten hat, sondern, weil man seit Kurzem unerwartete Prozeduren über sich ergehen lassen muss.

Auch Flüge von Swiss betroffen

Nach dem Verlassen des Flugzeuges durch das Fingerdock wird man am Cairo International Airport von Angestellten mit Hygienemasken in Empfang genommen. Sie verteilen Zettel, auf denen man persönliche Angaben sowie ägyptische Kontaktdaten zu hinterlassen hat. Danach geht es zum kollektiven Fiebermessen. Sollte das digitale Ohrthermometer über 37 Grad anzeigen und der Proband ein weiteres verdächtiges Grippesymptom aufweisen, landet er in Quarantäne. Immerhin ist nach der ersten Verwirrung den meisten Swiss-Kunden klar, dass ihnen keine Kollektivstrafe droht.

Auch wenn die Schweinegrippe - offiziell Influenza A(H1N1) - die Schlagzeilen nicht mehr wie seit dem Ausbruch dominiert, so ist sie trotzdem mehr als nur gegenwärtig, weil sie für etliche Länder weiterhin ein Risiko darstellt und die Gefahr einer Pandemie noch nicht gebannt ist; insbesondere vielfliegende Geschäftsreisende bekommen dies zu spüren. Aktuell gibt es an die 9000 Menschen in 40 Ländern weltweit, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Die Zahl der Toten beträgt 75 Personen.

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Kontrollen schärfer als gefordert

Viele Flughäfen, insbesondere ausserhalb Europas, führen ohne Vorwarnung medizinische Tests durch, um das Eindringen oder Ausbreiten der Seuche zu verhindern, obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinerlei solche Vorsichtsmassnahmen angeordnet bzw. empfohlen hat. Trotzdem verschärfen über 20 Länder ihre Einreisebestimmungen mittels Restriktionen (siehe Kasten).

Vielerorts werden nicht mehr nur Reisende aus Mexiko oder Amerika geprüft, sondern alle ausländischen Ankünfte. Einige Flughäfen lösen dies dezent, indem sie die Passagiere mit Infrarot-Wärmebildkameras kontrollieren, etwa in Australien, Japan, Singapur, Thailand oder der Türkei. Weiter geht China, wo bei Verdacht Inspektionen an Bord vorgenommen werden. So geschehen nach der Landung von Swiss-Linienflug LX 188 am 11. Mai in Schanghai. Die Reisenden aus Zürich wurden erst von Sicherheitsbeamten in Schutzanzügen untersucht, bevor sie aussteigen durften. Hätte es bloss einen einzigen vermeintlichen Krankheitsfall gegeben, wären alle Passagiere aus der Maschine unter Quarantäne gestellt worden.