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Werbeallianz soll offen gestaltet werden

Doris Leuthard: «Keine Einwände» gegen Werbeallianz. Keystone

Die Partner der Werbeallianz von Swisscom, Ringier und SRG haben bekräftigt, dass die Plattform für externe Partner offen sei. Medienverbände wollen dennoch Beschwerde einreichen.

Veröffentlicht am 03.03.2016

Nachdem Bundesrätin Doris Leuthard der SRG am Montag «grünes Licht» zur Teilnahme an der mit Swisscom und Ringier geplanten Werbeplattform gegeben hat, veröffentlichen die Partner nun die Grundsätze für die gemeinsame Werbevermarktung.

In der Mitteilung bekräftigen sie dabei die Absicht, dass die Vermarktungsfirma keine geschlossene Plattform sei, sondern auch weiteren Anbietern und Inhabern von Werbeinventar offen stehe. Handelszeitung.ch gehört zu Ringier Axel Springer Schweiz und ist damit Teil der Werbeallianz.

Alle werden gleich behandelt

Das Joint Venture sei bereit, alle journalistischen Angebote von TV, Radio, Online und Print, die sich an ein Schweizer Publikum richten, zu vermarkten. Der Werbe- und Medienmarkt Schweiz soll insgesamt gestärkt werden, heisst es weiter.

Die Werbeplattform sei offen für alle Medienangebote und alle Inventare würden in der Priorisierung und Vermarktung gleich behandelt, versprechen die drei Partner. Dies sei unabhängig davon, ob das Inventar von einem kommerziellen Partner oder von einem Mitaktionär bereitgestellt wird.

Beurteilung des Datenschutzbeauftragten

In den weiteren neun Grundsätzen, die für das Joint Venture ab dem Marktauftritt für mindestens fünf Jahre gelten sollen, geht es zudem auch noch um Themen wie dem Zugang für Mitaktionäre und kommerzielle Parten zu Personen-Daten (sog. Targeting Insights) und den damit verbundenen Stellenwert des Datenschutzes. Im Zweifelsfall könne die Beurteilung des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten eingeholt werden, so die Mitteilung.

Weiter werden auch die Kommissionssätze und die Preisgestaltung thematisiert. Die Kommissionen richteten sich grundsätzlich nach den gängigen Marktkonditionen, während das allgemeine Preisniveau für Werbekunden gemeinsam zwischen dem Inventargeber und dem Joint Venture festgelegt würden.

Auf Geotargeting wird weitgehend verzichtet

Die Werbe-Allianz hält auch fest, dass keine regionalen Werbekampagnen im TV-Programm der SRG ausgestrahlt werden. Einzig bei sprachregionalen und nationalen Werbespots dürfe in den SRG-Programmen Geotargeting angewendet werden.

Der Verband Schweizer Medien widerspricht diesen Aussagen. Es gebe keinen diskriminierungsfreien Zugang für Medienhäuser ausserhalb des Joint Ventures. Das Gemeinschaftsunternehmen sei gewinnorientiert. Eine Beteiligung am Joint Venture sei ausgeschlossen. Möglich seien einzig Kundenbeziehungen gegen eine Vermittlungskommission.

Beschwerde angekündigt

Übertrage ein unabhängiges Medienunternehmen die Vermarktung seiner Werbeplätze und die Produktentwicklung an das Joint Venture, so begebe sich dieses Medienhaus in die strategische Abhängigkeit zu den Allianzpartnern. Die Gegner des Joint Ventures befürchten wegen des neuen Werbe-Giganten einen Verlust der Medienvielfalt.

Nicht an der Allianz beteiligte Medienhäuser, der Verband Schweizer Medien und weitere Verbände werden darum vor dem Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichen.

(sda/me/mbü)

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