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Gegensteuer
Werbekampagne: CS lässt Razzien nicht auf sich sitzen

Financial Times: Die CS schaltet eine Anzeige (Archivbild): Keystone

Die CS geht nach den Razzien europäischen Behörden vom Freitag nicht auf Tauchgang: Mit Anzeigen in renommierten Medien wirbt sie im Ausland für Vertrauen. Auch das CS-Management nimmt Stellung.

Veröffentlicht am 03.04.2017

Mit einer breit angelegten Anzeigenkampagne bemüht sich die Credit Suisse nach den Razzien in drei ihrer Büros um Schadensbegrenzung. «Credit Suisse verfolgt gegenüber Steuerhinterziehung eine Nulltoleranzpolitik», hiess es in einer doppelseitigen Anzeige der zweitgrössten Schweizer Bank in der «Financial Times» (Montagsausgabe). Ähnliche Beteuerungen waren zuvor bereits in «Sunday Times», «Sunday Telegraph» und «Observer» zu lesen. Auch in französischen und niederländischen Zeitungen druckte die Bank entsprechende Inserate ab.

In Zusammenhang mit einer breit angelegten Jagd auf Steuersünder hatten die lokalen Behörden am Donnerstag Büros der Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam durchsucht. Zuvor hatten die niederländischen Behörden Hinweise auf 55’000 verdächtige Konten einer Schweizer Bank erhalten.

CS kann Zahlen nicht nachvollziehen

Doch auf diese Zahl kann sich die Credit Suisse keinen Reim machen. Das Institut habe im Vermögensverwaltungsgeschäft in Europa gar nicht so viele Konten, erklärte der Leiter des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der Bank, Iqbal Khan, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Credit Suisse habe ihre europäischen Kunden ab 2011 aufgefordert, zu belegen, dass sie auf der Bank kein Schwarzgeld hätten, hiess es in den Inseraten. «In der Folge hat die Bank Beziehungen mit Kunden beendet, die keinen Nachweis erbrachten, dass sie ihre Steuern bezahlt haben.» Dies habe zu bedeutenden Abflüssen von Kundengeldern geführt. Das Geldhaus wolle keine Geschäftsbeziehung mit Kunden unterhalten, die nicht bereit sind, den geforderten Nachweis zu erbringen.

US-Steuerstreit ist beendet

Für viele Schweizer Banken war das Verwalten von unversteuertem Vermögen jahrzehntelang ein wichtiges Standbein. Nach der Finanzkrise begannen aber die ausländische Behörden gegen die lukrative Praxis vorzugehen. Nur mit der Bezahlung von Milliardenbeträgen konnten sich die Institute freikaufen. Zumindest für Europa und die USA ging die Bank bisher davon aus, dass sie dieses Thema nun zu den Akten legen kann.

(reuters/mbü)

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