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Ärger
Werbeterror geht trotz Sternchen weiter

Callcenter: Viele Menschen ärgern sich über unerlaubte Werbung. Keystone

Weil viele Konsumenten trotz dem Sterncheneintrag im Telefonbuch weiter belästigt werden, fordern mehrere Organisationen neue Massnahmen. In der Pflicht stünden insbesondere die Telekomfirmen.

Veröffentlicht am 30.03.2015

Verschiedene Konsumentenorganisationen sagen den unerwünschten Werbeanrufen den Kampf an. Sie fordern von den Telekomanbietern, den Sterncheneintrag im Telefonbuch zu respektieren. Falls sich bis Ende April nichts tue, müsse das Gesetz verschärft werden.

Trotz des seit 2012 geltenden Werbe- und Marketingverbots für Anschlüsse mit einem Sterncheneintrag im Telefonbuch werden zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin von Werbeanrufern belästigt. Die drohende Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren scheint die Telefonwerber nicht abzuschrecken.

Schwierig zu verfolgen

Konsumentenschützer, darunter die Westschweizer Organisation FRC, machen nun zum wiederholten Male auf diesen Missstand aufmerksam. In den meisten Fällen sei es äusserst schwierig, den Werbeanrufer zu identifizieren. Oft befänden sich die Callcenter der Störenfriede im Ausland - auch wenn auf dem Display der Kunden meistens eine Schweizer Nummer aufleuchte, teilten die FRC und ihre Schwesterorganisationen am Montag mit.

Die Lösung für das Problem liege seit längerem auf dem Tisch. Telekomanbietern sei es seit Monaten problemlos möglich, mit technischen Mitteln die illegalen Anrufe zu blockieren. Trotzdem geschehe bei den grossen Netzbetreibern nichts, schreiben die Konsumentenschützer. So entstehe der Eindruck, dass die Telekomanbieter die Kritik ihrer Kunden nicht ernst nähmen.

Seco sieht Erfolg

Weniger schwarz sieht das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die aktuelle Situation. Das 2012 in Kraft getretene Gesetz trage Früchte: Unerwünschte Werbeanrufe und andere unlautere Geschäftspraktiken hätten innert zweier Jahre zu über 12'000 Beschwerden bei den Bundesbehörden geführt, hiess es im Mai vergangenen Jahres. Das Seco reichte in diesem Zusammenhang 62 Klagen ein.

Zudem wurden insgesamt 121 Unternehmen abgemahnt. Sie wurden laut Seco schriftlich auf den Gesetzesverstoss aufmerksam gemacht. Rund die Hälfte dieser Unternehmen habe das kritisierte Geschäftsverhalten geändert.

(sda/gku)
 

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