Was geht Ihnen wenige Stunden vor dem Spiel durch den Kopf?
Bernhard Heusler: Ein Mix aus lockerer Vorfreude auf einen grossartigen Fussballabend in Basel und grosser Anspannung, wenn ich an die Ausgangslage und die Qualifikationschance denke.

Inwieweit können Sie diese Gedanken in sportliche und wirtschaftliche Aspekte trennen?
Der wirtschaftliche Aspekt beschäftigt mich bei diesem Spiel höchstens rudimentär.

Was würde eine Halbfinal-Qualifikation wirtschaftlich für den FC Basel kurz- und mittelfristig bedeuten?
Kurzfristig dürften sich der Club und die Spieler über die Erfolgsprämie der Uefa in Höhe von einer Million Euro freuen. Dazu kämen die Einnahmen aus einem weiteren, wohl ausverkauften Heimspiel.

Das heisst in Zahlen?
Eine solche weitere ausverkaufte Partie würde einen Deckungsbeitrag von 1,5 Millionen Franken generieren. Mittelfristig würde das Weiterkommen gegen einen europäischen Top-Club der englischen Premier League zu einer weiteren Stärkung und Wertsteigerung der Marke FC Basel 1893 führen, der laut Analyse 2012 erstmals zu den 50 Top-Brands im Fussball weltweit gehört.

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Je länger der FCB auf internationaler Ebene spielt, desto länger sind die Spieler, also Ihre Mitarbeitenden, im internationalen Fokus. Wie gross ist die Angst, einen substanziellen Teil der Belegschaft Ende Saison zu verlieren? Ein Dilemma?
Da existiert weder Angst, noch ist das ein Dilemma. In einem funktionierenden Fussballclub ist der Umgang mit Personalwechsel im Kader der 1. Mannschaft das Teil des Tagesgeschäfts. Die tatsächlichen und medial geschürten Begehrlichkeiten, welche unsere Spieler offenbar auslösen, sind eindeutige Indikatoren erfolgreicher Arbeit auf dem Platz, im Management und im Nachwuchsbereich des Clubs.

Es werden stolze Summen herumgeboten.
In meiner Zeit beim FC Basel haben wir seit 2003 nunmehr Transfererlöse von über 80 Millionen Franken erwirtschaftet, indem wir Spieler rechtzeitig vertraglich gebunden und ihnen im richtigen Zeitpunkt den von ihnen gewünschten Sprung nach Europa ermöglicht haben. Interessanterweise gelang es immer wieder, die bedeutenden Abgänge so zu kompensieren, so dass wir keinen Substanz- und Leistungszerfall erleiden mussten. Beim Hinspiel gegen Tottenham Hotspur standen acht Spieler auf dem Platz, die vor gut einem Jahr nicht der Startelf gegen Bayern München angehörten.

Ihr Resultat-Tipp?
Ich tippe nie, glaube aber an den erstmaligen Vorstoss des FCB in die ersten vier Teams in einem Uefa-Wettbewerb.