Die auf Privatkunden spezialisierte US-Grossbank Wells Fargo verdient so viel wie nie zuvor. Dank der anhaltenden Erholung auf dem US-Häusermarkt konnte das Institut im zweiten Quartal einen Gewinn von unterm Strich 5,5 Milliarden Dollar einfahren. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wells Fargo knackte damit auch das bisherige Rekordergebnis aus dem ersten Quartal.

Kreditraten werden zuverlässiger bezahlt

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Der Gewinn sei das 14. Mal in Folge gestiegen, erklärte Bankchef John Stumpf am Firmensitz in San Francisco. Dem Institut kommt zugute, dass die Kreditnehmer ihre Raten zuverlässiger zahlen.

Damit sinken einerseits die Ausfälle, andererseits kann die Bank Rückstellungen auflösen und damit ihren Gewinn aufpäppeln.

Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - stiegen leicht auf 21,4 Milliarden Dollar. Wells Fargo hatte in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und war damit zum grössten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Zu den Hauptaktionären zählt US-Starinvestor Warren Buffett.

Skandale – ein eigentliches Fremdwort

An der Börse ist Wells Fargo mehr wert als Marktführer JPMorgan Chase. Die Kalifornier betreiben vor allem klassisches Spar- und Kreditgeschäft. Was fehlt, ist ein breites Investmentbanking wie bei der Konkurrenz von der Wall Street.

Wells Fargo ist deshalb für Turbulenzen auf dem Kapitalmarkt weniger anfällig. Ein positiver Nebeneffekt: Die Bank hat kaum mit Skandalen zu kämpfen.

(vst/aho/sda)