Oskar K. Ronner wollte sich und zwei weitere Kandidaten in den Verwaltungsrat von Nobel Biocare wählen lassen. Doch das Vorhaben wurde von den jetzigen Verwaltungsräten gestoppt. Laut Ronner fehlt Nobel Biocare eine klare Strategie um auf den Erfolgskurs zurückzufinden.

Oskar K. Ronner, wie würden Sie Nobel Biocare auf gesunde Beine stellen?

Ronner: Aus meiner Sicht ist es absolut essentiell, dass man sich als erstes den fundamentalen strategischen Fragen von Nobel Biocare stellt und dann innert nützlicher Frist, ich spreche da von Monaten, eine auf die Erfolgsstrasse zurückführende Strategie im Verwaltungsrat beschliesst, sie umsetzt und die Fortschritte überwacht. Wichtig ist für mich dabei der Einbezug von Kunden und vielen Fachkräften im Unternehmen.

Ist eine Fusion oder ein Verkauf ein Thema?

Nein. Nobel Biocare ist nach wie vor einer der Marktleader. Eine Fusion mit irgend jemandem würde nur Nachteile bringen. Ein Verkauf von Nobel ist für die Aktionäre zum heutigen Kurs völlig uninteressant. Bei einer Fusion käme noch die Reaktion der Wettbewerbsbehörde dazu. Ich glaube aber weiter an das Potential von Nobel Biocare in diesem Markt und an den Erfolg der Firma.

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Sie wollten sich und zwei weitere Kandidaten in den VR von Nobel Biocare wählen lassen – welche fehlende Kompetenz hätte dieses Dreiergespann in den VR einbringen können?

Nobel Biocare braucht einen echten Turnaround um wieder zum Erfolg zurückzufinden. Ich bin zum Schluss gekommen, dass man für einen solchen die Kompetenzen im Verwaltungsrat ergänzen muss. Meine beiden Mitkandidaten hätten viel Erfahrung in leistungssteigerden Massnahmen in internationalen Unternehmen mitgebracht. Sie haben solche Aufgaben schon mehr als einmal erfolgreich gemeistert.

Der VR von Nobel Biocare geht laut ihrem Schreiben davon aus, die nötigen Schritte zum Turnaround eingeleitet zu haben. Welche Schritte sind das und warum gehen diese in die falsche Richtung?

Ich kann das nicht beurteilen, denn ich weiss nicht welche Schritte eingeleitet worden sind. Das hat man mir nicht gesagt. Ich bin aber ganz klar der Ansicht, dass für einen erfolgreichen Turnaround zuerst die Strategie klar definiert werden muss. Bei Nobel Biocare sind wesentliche strategische Entscheidungen noch unbeantwortet und offen. Ich habe mich dann einfach gefragt auf welcher Basis hat man jetzt die Schritte eingeleitet?

Die Ablehnung von ihrem Dreiervorschlag für den VR – handelt es sich um eine Ablehnung der Personen oder der Kompetenzen?

Man hat von Seiten des Verwaltungsrates alle Kandidaten sehr offen interviewt und hat mir bestätigt, dass auch die beiden Mitkandidaten sehr qualifiziert sind und einen guten Eindruck hinterlassen haben. Warum man die Wahl dann trotzdem strikte ablehnt – ich weiss es nicht.

Mit Ihrem Dreiervorschlag wollten sie alles oder nichts – warum sind Sie nicht kompromissbereit?

Nur wenn sie im Verwaltungsrat das nötige Knowhow haben, können sie die Geschäftsleitung auch tatkräftig unterstützen. Ich habe mich kompromissberiet gezeigt und angeboten, die Wahl der zwei Mitkonkurrenten zurückzustellen und später auf die Wahl der zwei zurück zu kommen.