In den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia wütet der Killervirus weiter. Die örtlichen Hilfskräfte konnten die Krankheit noch nicht unter ihre Kontrolle bringen. Rund 1000 Menschen sind bisher gestorben. Täglich kommen neue Tote hinzu.

Doch Ebola ist nicht nur eine Bedrohung für die Menschen. Auch die Wirtschaft in den betroffenen afrikanischen Ländern nimmt immer mehr Schaden. Internationale Grosskonzerne vor Ort reagieren auf die Epidemie, wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) schreibt: Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar etwa evakuierte rund ein Dutzend Mitarbeiter aus Liberia, der Ölkonzern Canadian Overseas Petroleum stoppt Bohrprojekte, während British Airways Flüge streicht. Auch der Ölkonzern Exxonmobil und der Energieriese Chevron beobachten die Situation in Afrika genau.

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Langsameres Wachstum

Die Weltbank schätzt, dass etwa die Wirtschaft in Guinea wegen der Epidemie nur noch 3,5 statt 4,5 Prozent wächst. John Campbell vom US-Think-Tank «Rat für auswärtige Beziehungen» sagt gegenüber der AP: «Wenn es einen grossflächigen Ausbruch von Ebola gibt, dann kann es zur Panik kommen.» Die Menschen würden nicht mehr arbeiten gehen und teilweise das Land verlassen. Wirtschaftliche Aktivitäten werde sich verlangsamen. «Die Felder werden nicht mehr bewirtschaftet», so Campbell.

Ama Egyaba Baidu-Forson, Ökonomin bei IHS Global Insight, nimmt ihr Prognosen für Liberia und Sierra Leone zurück. Laut AP warnt sie davor, dass Grundnahrungsmittel knapper und die Preise steigen werden. Die betroffenen Regierungen könnten im Kampf gegen Ebola eine grosses Budgetdefizit einfahren. Die betroffenen Länder müssten finanzielle Hilfe beim Internationalen Währungsfonds beantragen.

Gesundheitschecks und Reiserestriktionen

Laut Analysten habe die jüngste Ebola-Krise noch nicht die breite afrikanische Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen, geschweige denn die globale Konjunktur. Doch die Unternehmen sind auf der Hut. Catarpillar-Sprecherin Barbara Cos sagte gemäss AP: «Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität.» Man werde die Situation genau beobachten.

Der australische Eisenkonzern Tawana Recources hat alle nicht prioritären Aktivitäten in Liberia eingestellt und die entsprechenden afrikanischen Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Das Londoner Minenunternehmen African Minerals führte Gesundheitschecks und Reiserestriktionen für seine Mitarbeiter ein.

Nigeria noch nicht betroffen

Die grösste westafrikanische Wirtschaft – Nigeria –  ist bisher noch nicht betroffen, obwohl das Land offiziell bereits neun Ebola-Opfer zu beklagen hat. Der nigerianische Handelsminister Olusegun Aganga betont, man müsse den Virus so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen. «Wenn das gemacht ist, dann glaube ich nicht, dass die Epidemie nachhaltige Folgen für die Wirtschaft haben wird.»