In Frankreich hat die Wettbewerbsbehörde «L'Autorité de la Concurrence» kürzlich die Büros von Apple sowie von verschiedenen Grosshändlern und Händlern durchsucht und dabei diverse Dokumente beschlagnahmt. Laut dem Techportal «Appleinsider» soll dabei geklärt werden, ob Apple mit seiner Verkaufspolitik in Frankreich gegen wettbewerbsrechtliche Vorgaben verstossen habe.

Offenbar soll der kalifornische Tech-Gigant in Frankreich die eigenen Apple-Stores und Grosshändler bevorzugen – kleinere und unabhängige Händler bleiben aussen vor. So habe Apple mit wenigen Grosshändlern Verträge abgeschlossen, die diese verpflichten würden, iPhones, iPads und Apple-Computer in grossen Mengen zu bestellen und grossflächig zu bewerben. Im Gegenzug würden diese dafür prioritär behandelt und mit ausreichend Ware beliefert.

Auslöser der Untersuchung war der Konkurs des Apple Premium-Resellers «eBizcuss», ein Unternehmen mit immerhin 15 Filialen in Frankreich. «eBizcuss» hat während des Konkursverfahrens Apple vorgeworfen, die eigene Marktmacht widerrechtlich ausgenutzt und dadurch das Unternehmen mit in die Insolvenz getrieben zu haben.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

In ökonomischer Existenz gefährdet

Ebenfalls im Fokus der französischen Wettbewerbsbehörde soll laut dem Bericht Apples Geschäftspolitik von iTunes stehen: Hier hat das Unternehmen vergangenes Jahr einseitig die Verkaufsbedingungen für Zeitungen und Magazine geändert, wodurch sich gewisse Magazine plötzlich in ihrer ökonomischen Existenz gefährdet sehen.

Zu guter Letzt kümmert sich die französische Behörde auch noch um die Frage, ob Apple durch sein restriktives und nicht immer nachvollziehbares Auswahlverfahren der Inhalte im App Store Zensur ausübt und dadurch das Wettbewerbsrecht verletzt.