Wohneigentum ist in der Schweiz gesucht: Etwa 77 700 Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser im Gesamtwert von etwas mehr als 50 Mrd Fr. haben gemäss einer Schätzung von Fahrländer Rauminformation 2008 im Freihandverkauf ihren Besitzer gewechselt.

Etwas mehr als ein Drittel der Verkäufer nutzte die Dienstleis-tung eines Maklers ? damit hat sich der Anteil der Objekte, die mit Unterstützung eines Maklers vermittelt wurden, in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Was unter anderem damit zu tun hat, dass die Suche nach Objekten, Kunden und Preisen komplexer geworden ist.

Netzwerke und Eintagsfliegen

Im Jahr 2000 traten Franchise-Netzwerke wie RE/MAX und ERA in den Markt. Damals gab es schon rund 6000 Firmen, die Maklerdienstleistungen anboten. Einige Immobilientreuhandfirmen initiierten als Antwort das Netzwerk alacasa. Aus Deutschland kam das Netzwerk Engel und Völkers, das sich als Nischenplayer im Hochpreissegment zu positionieren versucht. Daneben treten immer wieder Organisationen auf, die mit hohen Immobilienpreisen die Verkäufer ködern, in kurzer Zeit viele Verkaufsmandate erhalten, aber mangels Verkaufserfolg auch schnell wieder vom Markt verschwinden.

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Höhere Ansprüche der Kunden

Für den Erfolg bürgt dabei in erster Linie ein grosses Netzwerk. Jenes von RE/MAX etwa unterstützt die Makler mit der eigenen, seit Anfang 2009 zertifizierten Maklerschule und fördert das Gemeinschaftsgeschäft mit einer eigenen Maklersoftware, die mehr als 10000 Makler in Europa nutzen. Die Mitglieder erreichen mit einem regional gesplitteten Immobilienanzeiger zwei- bis viermal jährlich über 1,3 Mio Haushalte pro Ausgabe. Nicht zuletzt durch den Wettbewerbsdruck der Maklernetzwerke sind Immobilienverwaltungen dazu übergegangen, Vermittlung und Verwaltung personell zu entkoppeln.

In den nächsten Jahren ist Folgendes zu erwarten: Die Ansprüche der Kunden werden weiter zunehmen. Die Transparenz des Angebotes erhöht paradoxerweise Aufwand und Zeit für Suchende und Anbietende. Es zeichnet sich schon jetzt ein Trend ab, dass immer mehr Projektentwickler den Verkauf spezialisierten Maklern übertragen. Der Anteil des über Makler vermittelten Wohneigentums wird steigen.