Im globalen Streben nach Kostenvorteilen und Marktanteilen wird die Ressource Energie zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor! Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, welche das Unternehmen McKinsey & Company im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) verfasst hat. Dies, weil es sehr lange selbstverständlich war, dass fossile Energieträger den grössten Anteil an der weltweiten Energieversorgung beanspruchten. Gleichzeitig stand Energie bis heute überall und stets in ausreichender Menge zur Verfügung. Denn Wohlstand und Wachstum beruhen in modernen Gesellschaften hauptsächlich auf dieser Voraussetzung.

Fakt ist gemäss der Studie auch: Rund 40% der Umsätze in der Schweiz oder knapp 400 Mrd Fr. wurden 2008 in Branchen erwirtschaftet, für die der Faktor Energie eine zentrale Rolle spielt, also z.B. in der Energieproduktion oder Herstellung von Produkten zur Erhöhung der Energieeffizienz. Diese Sektoren beschäftigen hierzulande rund 850000 Mitarbeitende oder stellen rund 20% aller Arbeitsplätze. Dieser Anteil liegt ungefähr in der Grössenordnung von Deutschland und Japan.

Die Unternehmen in vielen Industrien Westeuropas und in den USA, aber je länger, je mehr auch in Asien, müssen deshalb Energie als eine zentrale Grösse bei ihren Strategien und operativen Entscheidungen berücksichtigen. Dabei ist auch ein nachhaltiger Umgang mit den Energieressourcen immer bedeutender. Dies aufgrund des von der Weltgemeinschaft in Kopenhagen gefassten Beschlusses, die globale Klimaerwärmung auf max. 2 °C zu beschränken. Zur Erreichung dieses Ziels muss der durchschnittliche Treibhausgas-Ausstoss jedes Weltbürgers bis spätestens im Jahr 2100 um mehr als 80% auf 1 t pro Jahr reduziert werden. Ein hoch gestecktes Ziel, das Taten just im Energiesektor erfordert.

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Den Schweizer Unternehmen bieten die weltweiten Bestrebungen nach effizienter Energienutzung und Ersatz von fossilen Brennstoffen auch grosse Wachstumschancen. Denn allein im Bereich der erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Wasser, Biomasse) werden im Jahr 2020 weltweit Investitionen im Umfang von rund 540 Mrd Fr. getätigt. Für die Verfasser der Studie steht deshalb fest, dass die Schweiz mit ihrem innovativen Forschungsstandort (ETH, PSI, Fachhochschulen) grosse Chancen besitzt, solche Wachstumsmöglichkeiten von Unternehmen langfristig zu unterstützen. Bedauert wird in diesem Zusammenhang, dass die Forschungsausgaben der öffentlichen Hand im Vergleich zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Reduktion der CO2-Emissionen bisher eher bescheiden geblieben sind.