Wenn ein konkretes Übernahmeangebot mit einem bestimmten Preis vorliegt, ist das Spiel für Anleger von Call- und Put-Optionen gelaufen, weil Calls mit Ausübungspreis über und Puts mit einem Strike unter dem Angebotspreis wertlos werden – es sei denn, es tritt ein zweiter Bieter auf.

Weniger sicher, deutlich spekulativer und damit vom Chancen-Risiko-Profil für risikofähige Anleger reizvoller ist der Kauf von Derivaten auf potenzielle Übernahmekandidaten. Gegenwärtig sind deutlich gefallene Bankenwerte reizvoll. UBS und Credit Suisse könnten zu Zielen von HSBC oder der Deutschen Bank werden, wie bereits am Markt herumgereicht wurde. Auch wenn für einen allfälligen Verkauf der Société Générale möglicherweise eine französische Lösung angestrebt wird, dürfte der Kaufpreis über dem aktuellen Kurs liegen, um möglichst viele Anleger zu überzeugen und mögliche Gegenbieter abzuschrecken.

Kuoni mögliches Übernahmeziel

In der Reisebranche ist Kuoni ein mögliches Ziel, bei Airlines setzen Hasardeure auf die Alitalia- Aktie, die bereits jetzt Optionscharakter hat. Auch Austrian Airlines dürfte in absehbarer Zeit nach schlechten Zahlen einer Übernahme kaum etwas entgegenzusetzen haben. Bei Börsen gelten die Londoner LSE sowie die Deutsche Börse als mögliche Ausgangspunkte bzw. Ziele von Konsolidierungen. Und im Telekom-Sektor sind die schwedisch-norwegische TeliaSonera und die niederländische KPN in Übernahmeabsichten verwickelt.

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Bei Discountern auf die UBS winken Renditen von 50% und mehr – wenn die Cap-Preise, die teilweise mit 50 bis 80 Fr. deutlich über dem aktuellen Kursniveau liegen, erreicht werden. Allerdings bleibt hierfür wenig Zeit, denn einige Produkte laufen in den kommenden Monaten aus. Wenn aber die Rechnung bei UBSCM aufgeht und bis nächsten Januar der Cap von 48 Fr. erreicht wird, winkt eine Rendite von 40%. Deutlich defensiver ist UBSAE, hier ist der Cap 10 Fr. unter dem aktuellen Kursniveau, die Rendite spiegelt mit 10% das konservative Chancen-Risiko-Profil. Auch für die Credit Suisse gibt es mit CSNCC ein etwas aggressiveres Produkt (mit einer Maximalrendite von 25%) und mit CSGAF ein defensiveres (bei dem Anleger bis zu 9,9% einstreichen können). Auf die Aktie der Société Générale ist ein knappes Dutzend Produkte erhältlich. Das Einzige, bei dem ausreichende Restlaufzeit mit erreichbarem Cap zusammenfallen, ist DB1LVS. Hier bekommen Anleger eine Rendite von 40% – wenn sich die Aktie noch weiter erholt. Andere Discounter mit kürzeren Laufzeiten und höheren Caps könnten Renditen bis 400% einbringen, allerdings müssten sich mögliche Käufer rasch äussern und einen sehr attraktiven Übernahmepreis vorlegen, wenn Anleger von diesen Discountern profitieren sollen.

Auf Xstrata sind zwei attraktive Reverse-Convertibles XTARC und XTBRC begeben worden, die Renditen liegen bei 12 bis 14%. Xstrata ist zudem mit den Konkurrenten Anglo American, BHP und Rio Tinto in etliche strukturierte Produkte eingebunden worden, bei denen auch fundamental attraktive Branchenvertreter (und Übernahmeziele) zusammengefasst wurden – und nicht eine sehr volatile Aktie die Rechnung des Anlegers durchkreuzen kann.

Zweistellige Maximalrenditen

Als wenig volatil gelten derzeit Telekom-Titel von Netzbetreibern, die wenig zyklische solide Cash- flows einspielen. So sind denn auch die Maximalrenditen des knappen Dutzend Discounter auf KPN überschaubar. Der mit wenig aggressiven Konditionen ausgestattete DB0ZSK kommt auf eine Maximalrendite von 14%, wenn sich die Aktie 5% über den Cap bewegt. Dafür braucht es lediglich ein gutes Ergebnis zum richtigen Zeitpunkt – und nicht unbedingt die Schützenhilfe durch France Télécom.

Und auf die Aktie der Deutschen Börse finden Anleger gegenwärtig die grösste Auswahl attraktiver Discounter. Ganz defensive Produkte bringen es auf Renditen im hohen einstelligen Bereich, aggressivere Varianten kommen auf zweistellige Maximalrenditen.