In Apples App und Googles Play Store gibt es unendlich viele Apps für einen Franken, jedoch keine ist so erfolgreich wie Whatsapp - und das fast ausnahmelos in jedem Land weltweit.

Die plattformübergreifende App kam 2009 auf den Markt und entwickelte sich innert kürzester Zeit zum absoluten Renner und gleichzeitig zum Schrecken der Telekomunternehmen, denn dort brach die Benutzung der kostenpflichtigen SMS dramatisch ein.

Heute werden laut einem Bericht des Wall Street Journals täglich rund 20 Milliarden Nachrichten über die App versendet - jeden Tag. Wie der WhatsApp-Chef Jan Koum anlässlich einer Veranstaltung von All Things Digital sagte, ist seine App inzwischen grösser als Twitter, das immerhin über 200 Millionen aktive Nutzer pro Monat hat.

Der Riesenerfolg hat natürlich den Appetit der grossen Techfirmen geweckt. Es gab in letzter Zeit  laut Gerüchten kaum einen Techgigant, der nicht in Übernahmeverhandlungen mit den Machern von WhatsApp stand, so etwa Facebook, Google oder Microsoft. WhatsApp hat solche Gespräche jedoch jedesmal dementiert.

Anti-Werbe-Philosophie

Interessant ist, dass WhatsApp komplett auf Werbung verzichtet. Doch wie kann ein Unternehmen mit einer App, die nur einen Franken pro Jahr kostet  kommerziell erfolgreich sein? Für Jan Koum scheint dies kein Problem zu sein, denn man müsse nur die Plattform bauen, die Erlöse würden dann folgen. So sagt er gegenüber dem Wall Street Journal, dass  sich einfach «noch viel mehr Menschen der Smartphone-Revolution anschliessen und viel mehr Dinge über ihre Handys kaufen müssen.»

Gleichzeitig pflegen die Macher von WhatsApp eine Anti-Werbe-Philosophie, denn sie sind  überzeugt, dass niemand Werbung mag. Vielmehr orientiert sich Kuom an Geschäftsmodellen, die ohne Werbung auskommen, so zum Beispiel Gas und Wasser. Und genau da wollen sie hin. Dazu sagte Koum an der Veranstaltung: «Unsere Finanzierungsstrategie ist einfach. Ein paar Cents jedes Jahr. Wenn wir noch etwas machen würden, würde das nur stören. Wir wollen ein tolles Produkt mit einer überzeugenden Nutzererfahrung.»

(rcv)