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Whistleblower der Deutschen Bank lehnt Prämie ab

Deutsche Bank: Dem Geldhaus wurde mangelhafte Risikobewertung von Derivaten vorgeworfen. Keystone

Ein Banker der Deutschen Bank hat das Institut bei der US-Börsenaufsicht SEC verpfiffen. Als Folge erhielt der Whistleblower eine Belohnung von über 8 Millionen Dollar. Er lehnt die Prämie aber ab.

Veröffentlicht am 19.08.2016

Ein Whistleblower der Deutschen Bank verzichtet aus Protest auf eine Millionenprämie der US-Börsenaufsicht SEC. Grund ist das seiner Ansicht nach zu laxe Vorgehen der Behörde gegen Verantwortliche der Bank, denen die SEC die falsche Bewertung eines Derivate-Portfolios zu den heissen Zeiten der Finanzkrise vorgeworfen hatte. Die Behörde und die Bank hatten sich im Mai letzten Jahres in einem Vergleich geeinigt.

Er lehne die Annahme seines Anteils an der SEC-Prämie in Höhe von 8,25 Millionen US-Dollar ab, schreibt der ehemalige Angestellte der Deutschen Bank, Eric Ben-Artzi, in einem Gastbeitrag der «Financial Times» (Freitag).

Aktionäre bestraft

Die von der SEC erhobene Geldbusse in Höhe von 55 Millionen US-Dollar habe die Aktionäre der Deutschen Bank bestraft. Ben-Artzi war in der Bank für Risikokontrolle zuständig, arbeitet aber nicht mehr dort.

Die Diskussion um die persönliche Haftung von Bankern für etwaige Verfehlungen kocht seit den Erfahrungen der Finanzkrise immer wieder hoch. Die Deutsche Bank lehnte auf Anfrage einen Kommentar zum Gastbeitrag Ben-Artzis ab. Die SEC berief sich gegenüber der «Financial Times» auf ihr Verschwiegenheitsgebot.

(awp/ise/ama)

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