Bei der Credit Suisse gibt es laut dem «Tagesanzeiger» einen Whistleblower, der bei den US-Behörden Aussagen über die Bank gemacht hat. Dabei soll es sich um Anthony DeChellis handeln, den früheren Chef des US Private Banking der Credit Suisse. Damit hätten die US-Behörden Zugang zum innersten Machtzirkel der Bank.

Die Aussagen von DeChellis würden Zweifel an der korrekten Verbuchung und Berichterstattung von Neugeldern in Milliardenhöhe wecken. Die US-Börsenaufsicht SEC hat laut Bloomberg in diesem Zusammenhang ein Verfahren gegen die CS eröffnet.

Krumme Geschäfte mit den Wyss-Milliarden

DeChellis Aussagen finden sich auch in den Dokumenten zum Senatshearing von letztem Mittwoch, als die Credit-Suisse-Spitze zum Steuerdisput mit den USA aussagen musste. Dabei geht es offenbar um die Milliarden von Hansjörg Wyss, dem Gründer der Medtech-Firma Synthes, die im Verlauf von 2012 von der CS im Eiltempo als Neugelder ausgewiesen wurden und danach zwischen den USA und er Schweiz hin- und hergeschoben wurden. Dadurch habe die CS einen massiven Geldabfluss in der Schweiz in einen Zufluss verwandelt, allerdings zulasten der USA, heisst es weiter. Die Informationen sollen von DeChellis stammen.

Laut «Tagesanzeiger» habe DeChellis 2013 von neuen Hinweisen auf bisher unbekannte US-Schwarzgeldkonten erfahren und deshalb eine interne Untersuchung gefordert. DeChellis sei darauf laut amerikanischen CS-Kreisen vom neuen Verantwortlichen der CS-Vermögensverwaltung, Rob Shafir, abgesetzt worden.

(awp/gku/me)

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