PETROPLAST VINORA. Die neue Tasche des St. Galler KMU heisst in der Fachsprache Grifflochsicherheitstragtasche. Für die Benützer dieser Ostschweizer Innovation ist aber nicht der Name des Produktes wichtig, sondern dessen Nutzen. Und dieser zeigt sich auch während des Hochbetriebs der Herbstferienzeit auf den Flughäfen.

Nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 wurden die Sicherheitsvorschriften an den Flughäfen stetig verschärft. Die Tragtasche von Petroplast Vinora ermöglicht es den Kunden von Duty-free Shops aber, ihre gekaufte Ware in die Flugzeuge mitzunehmen. Denn sie ist leicht, durchsichtig und nach dem Verschluss nur unter Gewaltanwendung wieder zu öffnen. Für die beiden Co-Geschäftsführer Stephan Walti und Markus Zünd stellt ihre Tasche ein «gefundenes Innovations-fressen» dar. «Denn wir werden gerne durch spezielle Produktentwicklungen gefordert», betonen sie.

Ein Millionenmarkt

Weltweit wird mit einem Potenzial solcher versiegelbaren Duty-Free-Taschen im dreistelligen Millionenbereich gerechnet. Das Auftragsvolumen von Petroplast Vinora umfasst rund 1 Mio Fr. Zu den Abnehmern der Sicherheitstasche gehört etwa die Nuance-Gruppe, die auf weltweit 59 Flughäfen 340 Geschäfte betreibt. Auch die Confiserie Sprüngli und das Unternehmen Caviar House & Prunier gehören zu den Kunden.Sie geben die Tasche mit dem Spezialverschluss (siehe kleines Foto) an ihre Kunden ab, damit diese bei den Sicherheitskontrollen keine Probleme erhalten. Angst, dass das Produkt bald von asiatischen Konkurrenten kopiert werden könnte, haben die beiden CEO nicht. «Wir investieren in Technologien, welche die Fernöstler noch nicht verstehen», geben sich Stephan Walti und Markus Zünd selbstbewusst. «Unser Können basiert darauf, dass wir Produkte mit Commodity-Charakter immer noch eine Stufe intelligenter herstellen», betonen die Co-Geschäftsführer. Konkret bedeutet dies, dass das Unternehmen bestrebt ist, den eigenen Rohstoffverbrauch in der Produktion stetig zu senken – einerseits aus Umweltschutzgedanken, andererseits aus Kostenüberlegungen. «Heute bezahlen wir für 1 kg Polyethylen 2 Fr., vor zwei Jahren waren es gerade mal 90 Rp.», betonen sie.

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500 Millionen Müllsäcke

Die zwei Produktionsstätten der Firma verfügen über 28 Folienblasanlagen, 6 Flexodruckmaschinen, 72 Konfektionsautomaten und 3 Recyclinganlagen. Die Energie spendet ein Blockheizkraftwerk mit katalytischer Nachverbrennung. Mit ihm werden die Anlagen gekühlt und das Gebäude beheizt. «Es soll aber demnächst durch ein Heizsystem ersetzt werden, das auf pflanzlichen Ölen basiert und zusammen mit dem Stromkonzern Axpo konzipiert wurde.» Damit sollen in den nächsten vier Jahren insgesamt 8000 t Co2 eingespart werden.Petroplast Vinora produziert neben den Sicherheitstragtaschen auch Mehrschichtfolien, die in der Lebensmittelindustrie, bei medizinischen Applikationen sowie im Hygiene- und Kosmetikbereich benötigt werden. Daneben werden Tragtaschen aller Art und Verpackungsbeutel für die Agrarindustrie hergestellt – und natürlich Kehrichtsäcke, von denen jährlich 500 Mio Exemplare verkauft werden.

1,2 Gramm für 1 Kilo Inhalt

Für die beiden Geschäftsführer ist Polyethylen für Verpackungen geradezu prädestiniert. Ein einzelner solcher Sack wiegt nur 1,2 g, kann aber das Gewicht von 1 kg tragen. Bei jedem anderen Material würden die erwähnten 1,2 g dafür nicht ausreichen. Kein Wunder, setzen Walti und Zünd im Berufsalltag viel auf die aus Ja-pan stammende Kaizen-Philosophie. Diese bedeutet nämlich: Die stetige Suche nach Verbesserungen.

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