Der Wohlstand der Schweiz wird zu rund 50% durch das Ausland geschaffen, so hoch ist der Anteil der Exportwirtschaft am Bruttoinlandprodukt (BIP). Die gesamte Finanzbranche trägt mit knapp 6% aller Beschäftigten etwa 12% zum Schweizer BIP bei, die Grossbanken allein zwischen 3,5% und 4%. Diese wenigen Zahlen verdeutlichen sowohl die Wechselwirkungen zwischen Binnenwirtschaft und Ausland als auch zwischen Werk- und Finanzplatz sowie die Bedeutung der Grossbanken für die Schweizer Wirtschaft.

Wichtiger Auslandmarkt

Schweizer Firmen beschäftigen 2,5 Mio Mitarbeitende im Ausland. Die Banken müssen solche Firmen international unterstützen können. Das erfordert vielfältige Kompetenzen - vom internationalen Zahlungsverkehr über Exportfinanzierungen bis zu Kapitalmarkttransaktionen. Viele grössere Schweizer Firmen finanzieren sich über den Kapitalmarkt. Dafür nehmen sie vorwiegend die Dienste der beiden Schweizer Grossbanken und ihres Investment Banking in Anspruch. Die Expertise und die nötige internationale Präsenz für solche speziellen Dienste bieten in der Regel nur die Grossbanken. Hinzu kommt, dass die beiden Grossbanken rund 40% aller Unternehmenskredite in der Schweiz, bei den ungesicherten Ausleihungen sind es sogar gut 55%, gewähren. Fielen diese Kredite weg, hätte das für die Schweizer KMU gravierende Konsequenzen.

Das moderne Vermögensverwaltungsgeschäft könnte ohne Investment Banking nicht funktionieren. Neben grundlegenden Dienstleistungen im Bereich der Kapitalmärkte ist die umfassende Beratung von sehr vermögenden Kunden eine Kernkompetenz, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Um den hohen Ansprüchen dieser Kunden und deren komplexen Vermögenssituationen gerecht zu werden, ist Investment-Banking-Kompetenz erforderlich, etwa bei Nachfolgeregelungen für Unternehmerfamilien, einschliesslich Börsengängen, Fusionen, Verbriefungen oder Teilverkäufen. In der Schweiz besitzen wir dank der engen Zusammenarbeit zwischen Investment Banking und Private Banking heute schon grosses Know-how in diesen Fragen. Um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können, sind die hiesigen Firmen- und Privatkunden auf den Wissenstransfer aus dem Ausland angewiesen. Dazu braucht es die Universalbank, eine gewisse Grösse und eine starke internationale Präsenz.

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Die Bankenlandschaft ist nicht mehr dieselbe wie vor Ausbruch der Krise. Ein neues Risikobewusstsein ist entstanden, gerade auch im Investment Banking. Die Credit Suisse hat als eine der ersten Banken ein neues Geschäftsmodell umgesetzt und die Risiken in diesem Geschäft massiv reduziert. Dieses angepasste, klar auf Kundengeschäfte fokussierte Investment Banking wird weiterhin ein wichtiger Teil des integrierten Geschäftsmodells der Credit Suisse sein. Die Ergebnisse für das 1. Halbjahr haben gezeigt, dass dieses Modell auch in einem schwierigen Umfeld sehr erfolgreich sein kann.

Bedeutender Arbeitgeber

Die Grossbanken gehören ferner zu den grössten Arbeitgebern in der Schweiz und ziehen aufgrund ihrer vielfältigen Ausbildungs-, Berufs- und Karrieremöglichkeiten hochqualifizierte Mitarbeitende an. Allein die Credit Suisse bietet 1200 Ausbildungsplätze für Schulabgänger (wovon 600 Lernende) sowie für Mittel- und Hochschulabsolventen, führt rund 88000 Weiterbildungstage jährlich durch und ermöglicht vielen Fach- und Nachwuchskräften internationale Erfahrungen vor Ort zu sammeln. Solche ehemaligen Grossbanker sind heute bei einer Reihe von Privat-, Kantonal- oder Raiffeisenbanken in führenden Positionen.

Auch als Steuerzahler sind die Grossbanken und ihre Mitarbeitenden für die Schweiz relevant, mit 4-5% der gesamten Fiskaleinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Wichtig sind die Grossbanken nicht zuletzt als Kunden von Schweizer KMU; sie kaufen bei rund 25000 KMU jährlich Waren für rund 4,7 Mrd Fr. ein. Zudem tragen sie einen wesentlichen Teil des Interbankengeschäfts auf dem Finanzplatz Schweiz sowie der gemeinsamen Finanzinfrastruktur (SIX Group).

So bedeutend die Grossbanken insgesamt für die Schweiz sind, so wichtig ist umgekehrt der Heimmarkt Schweiz auch für sie selbst als stabiler Ertragspfeiler. Die Credit Suisse betreibt ihr Geschäft in der Schweiz, mit Schweizer Privat- und Firmenkunden, äusserst erfolgreich. In keiner Region der Welt ist das Geschäftsportfolio derart breit diversifiziert, in allen Banksparten und vom Cash Service bis zu komplexen Lösungen für multinationale Konzerne. 2 Mio Private und 100000 Firmen - jede dritte hierzulande - sind Kunden der Credit Suisse. Das Kreditvolumen an Firmen, öffentliche und private Kunden beträgt rund 140 Mrd Fr., und die in der Schweiz von der Credit Suisse verwalteten Vermögen liegen bei über 510 Mrd Fr.

Die Schweiz bietet als Finanzplatz eine Reihe erstklassiger Standortvorteile, von denen auch die Grossbanken profitieren. Dazu gehören neben dem stabilen politischen und regulatorischen Umfeld die hochqualifizierten und vielsprachigen Arbeitskräfte, eine anerkannt hohe Servicequalität, die gute Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität.

Bei einer international ausgerichteten Kundschaft mit Bedürfnis nach einem umfassenden Dienstleistungs- und Produktangebot sowie nach der Verlässlichkeit des «Swiss Banking» und nach geografischer Diversifizierung wird die Schweiz auch in Zukunft gefragt sein.

Nähe zum Kunden

Ungeachtet der aktuellen Umwälzungen ist auch im veränderten Bankenumfeld vor allem das Vertrauen der Kunden und Anleger der entscheidende Faktor für langfristigen Erfolg. Die letzten eineinhalb Jahre haben gezeigt, dass die Nähe zum Kunden für das Vertrauen entscheidend ist. Die Credit Suisse investiert deshalb auch künftig in ihren Heimmarkt Schweiz, um diese Kundennähe zu verstärken und weiter wachsen zu können. Nähe heisst dabei auch, mit Hilfe des integrierten Geschäftsmodells die Kompetenz vor Ort zu haben, um die Kundenbedürfnisse mit einem spezialisierten Beratungsangebot abzudecken.

Die Credit Suisse ist auf das geänderte und sich weiter wandelnde Geschäftsumfeld vorbereitet. Darin wird dem Schweizer Markt auch künftig eine bedeutende Rolle zukommen - zum Nutzen für die Bank und ihre Kunden und zum Nutzen der Schweizer Volkswirtschaft.