Die Leerwohnungsziffer zeigt das prozentuale Verhältnis der Leerwohnungen zum Gesamtwohnungsbestand. Die Zahl der Leerwohnungen wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) jährlich mit Stichtag 1. Juni ermittelt. Leerwohnungen spiegeln die Situation auf dem Wohnungs- und Liegenschaftsmarkt und sind damit auch ein wichtiger Indikator der Konjunkturlage. Wenn es um die Festsetzung von Massnahmen der Wohnbauförderung und der Sozialpolitik geht, wird sowohl auf Bundesebene als auch auf der Ebene zahlreicher Kantone und Gemeinden auf den Leerwohnungsbestand abgestellt.

Anhaltend tiefe Leerstände

Nach einem historischen Tiefstand erhöhte sich die durchschnittliche Leerwohnungsziffer in den 90er Jahren – nicht zuletzt auch infolge der damaligen Immobilienkrise – bis auf knapp 2%. Danach erfolgte ein deutlicher Rückgang, verursacht durch eine vergleichsweise tiefe Wohnbautätigkeit bei einer infolge der boomenden Wirtschaft zunehmenden Nachfrage nach Wohnraum. Bemerkenswert sind jedoch die erheblichen Unterschiede zwischen den Leerwohnungsziffern, und zwar einerseits auf kantonaler Ebene zwischen den starken Wirtschaftskantonen und den Randregionen und anderseits zwischen Stadt und Land. Die Kantone Glarus und Jura weisen seit Jahren die höchsten Leerwohnungsziffern aus, während insbesondere in den beiden Wirtschaftsmetropolen Zürich und Genf seit Jahren ein ausgetrockneter Wohnungsmarkt zu verzeichnen ist. Diese Situation dürfte sich trotz reger Bautätigkeit in den Wirtschaftsagglomerationen auch in naher Zukunft kaum ändern.

Unterschiedliche Erfassungen

Grundsätzlich sollen alle auf dem Markt angebotenen Leerwohnungen jährlich per 1. Juni durch die einzelnen Gemeinden erfasst werden. Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden ist es aber durchaus möglich, dass dabei nicht alle leerstehenden Wohnungen erfasst werden. Denn je nach gemeindespezifischen Gegebenheiten werden unterschiedliche Daten und Quellen für die Erfassung herangezogen, wie beispielsweise kombinierte Einwohner-/Gebäudedateien, Einwohnerkontrolle, Rundschreiben, Elektrizitätswerke, Anzeiger und Inserate etc.

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1998 beschloss das Parlament, ein nationales Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) zu schaffen. In Verbindung mit kommunalen Einwohnerregistern ist das GWR ein wichtiger Pfeiler innerhalb des neuen Volkszählungkonzepts und bildet die Basis für die zukünftige Gebäude- und Wohnungsstatistik des BFS. Jedes Gebäude und jede Wohnung verfügt dabei über eine schweizweit eindeutige und einmalige Identifikationsnummer sowie über eine geokodierte, standardisierte Adresse. Weitere Grunddaten wie Adresse, Standortkoordinaten, Baujahr, Anzahl Geschosse, Anzahl Zimmer, Wohnungsfläche, Energieversorgung u.a. sollen dank der jährlichen Nachführung ein aktuelles Bild des Gebäude- und Wohnungsbestandes der Schweiz liefern. Angaben zu Bewohnern, Eigentumsverhältnissen, Mietpreisen, etc. sind dagegen nicht im GWR enthalten.