Die Turbulenzen an den weltweiten Kapitalmärkten verunsichern und sorgen für hohe Cash-Bestände. Der Bedarf, diese Gelder kurz- oder auch längerfristig zinsträchtig zu parken, steigt.

Sparkonten bieten allerdings im Schweizer-Franken-Währungsraum nur geringe Renditen von im Schnitt 1% jährlich. Der reale Zins, der Zins nach Abzug der Inflation, ist derzeit sogar negativ. Unabhängigkeit von den Märkten und trotzdem attraktive Renditen stellen Zinszertifikate in Aussicht.

Zinszertifikate sind die ersten börsengehandelten Zinsanlagen, die dem Anleger Zugang zu kurzfristigen Geldmarktsätzen unterschiedlicher Währungen verschaffen. Als börsenkotierte Wertpapiere können Zinszertifikate wie eine Aktie börsentäglich gekauft und verkauft werden. Sie machen die Zinsanlage damit unabhängig vom Bankinstitut. Eine Kontoeröffnung ist nicht mehr notwendig, um in den Genuss einer attraktiven Verzinsung zu gelangen.

Profit von steigendem Zins

Das Prinzip ist einfach: Zinszertifikate sammeln die kurzfristigen Geldmarktzinsen einer bestimmten Währung und bilden gleichzeitig die Kursentwicklung dieser Währung ab. Die Zinsgutschrift erfolgt i.d.R. täglich. Anfallende Zinsen werden reinvestiert. Anleger profitieren damit auch von steigenden Zinsen, wie dies derzeit bei den kurzfristigen Schweizer-Franken-Zinsen zu beobachten ist. Während sich die Sparkontozinsen immer noch im Bereich von durchschnittlich 1% jährlich bewegen, stieg der Zinssatz von Frankenzins-Zertifikaten vor kurzem auf 4,23% jährlich. Dieser Zins ergibt sich aus den kurzfristigen Schweizer-Franken-LIBOR (London Interbank Offered Rate) Zinssätzen von 4,33% jährlich, abzüglich der Gebühr von 0,1% jährlich (Stand 2.10.2008). Der Zins richtet sich nach den aktuellen Libor-Sätzen und kann sich täglich ändern.

Bei Zinszertifikaten, die auf fremde Währungen lauten, beeinflusst neben den Zinsen der Wechselkurs den Preis der Zertifikate. Der Wechselkurs ist naturgemäss die volatilere der beiden Komponenten, welche die Wertentwicklung bestimmen. Er kann bei ungünstiger Entwicklung dafür sorgen, dass das Zinszertifikat trotz der Zinsgutschriften verliert. Der Käufer des Zinszertifikats trägt also, wie bei jeder Geldanlage in einer ausländischen Währung, ein Wechselkursrisiko. Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen: Vorsicht bei Emittentenbonität.