Man konnte sich ihnen kaum entziehen: Die Nanos waren Anfang 2011 in der Schweiz omnipräsent. Nicht nur Kinder sammelten die kleinen Figuren, für welche die Migros eigens eine kleine Welt erfunden hatte. In sämtlichen Medien wurden die Figürchen öffentlich diskutiert, es kursierten Videos, Fotos und Wettbewerbe, die sich um sie drehten. Seltene Nanos konnte man sogar im Internet für viel Geld ersteigern. Mehrere Millionen liess die Migros sich die Kampagne kosten -  und wurde dafür auch rund 50 Millionen Nanos los. Pro 20 Franken Einkauf konnte man einen ergattern. 

Dann verschwanden sie wieder von der Bildfläche, um der nächsten Migros-Sammelaktion den Weg frei zu machen - nur um jetzt wieder aufzutauchen. Wenngleich sie offenbar ein kleines Makeover hinter sich haben. Gesichtet wurden die Figürchen in Deutschland, beim Detailhändler Real - unter einem neuen Namen: Funky Beans heissen sie jetzt. Und haben auch eine andere Geschichte als die Schweizer Nanos. Sie sind nicht in Clans wie Animalos, Spuukies und Robots aufgeteilt, sondern in Cliquen. Girlies, Boys, Dancers und Strebers heissen die Plastikbohnen, die Real - eine Tochter des Metro-Konzerns - einen ähnlichen Hype verschaffen sollen wie der Migros. 

Doch vom Aussehen her scheinen sie dennoch der gleichen Abstammung zu sein - hat die Migros die Idee erfolgreich nach Deutschland verkauft? Nein, heisst es bei der Migros. Jeder Händler auf der Welt könne die Lizenz für das zugrunde liegende Spielzeug - einen Plastikbehälter mit Kugel - erwerben und die Gestaltung nach eigener Lust und Laune vornehmen. «Was wir darauf gedruckt haben – also dass wir sechs Völker und einen eigenen Planeten entwickelt haben – das alles war in dieser Form einmalig auf der Welt», so eine Unternehmenssprecherin. «Wir haben die Kampagne von Real zur Kenntnis genommen und betrachten es als Kompliment, dass der Aufbau der Nanomania sicher das ein oder andere Mal Pate stand.»

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