Seit Jahren ist das Design des iPhones praktisch unverändert. Das rächt sich nun. Die Kalifornier verlieren ihren Spitzenplatz in der Schweiz. Zum ersten Mal sinkt der Marktanteil von Apple unter 50 Prozent, wie eine Studie des Internetvergleichdienstes Comparis zeigt. Dabei gilt die Schweiz als echtes Apple-Land.

«Ich gehe davon aus, dass der Stillstand beim Geräte-Design nicht unwesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen hat», sagt Digital-Experte Jean-Claude Frick dazu. Während im Android-Bereich randlose Displays sehr populär geworden seien, habe sich am Design des iPhones über Jahre kaum etwas verändert. «Apple-Nutzer warten nach wie vor auf eine echte Designinnovation», sagt Frick.

Wechsel einfacher

Das gibt anderen Herstellern Auftrieb. «Der grosse Nachteil von Apple ist, dass iOs nur auf einem Smartphone läuft – dem iPhone», sagt Telekom-Experte Ralf Beyeler von Verivox. Android hat die viel grösste Bandbreite, da viele Hersteller dieses Betriebssystem verwenden.»

Das heisst eben auch, dass der Nutzer die Auswahl hat vom günstigen Smartphone hat bis zum High-End-Gerät. Dazu kommt, merkt Comparis-Experte Frick, dass der Wechsel in den vergangenen Jahren leichter geworden ist. Die Betriebssystem von Android und iOS haben sich angenähert, so dass sich einem Nutzer die Bedienung schnell erschliesst.

Innovation nötig

Punkten müsste Apple also in seiner Königsdisziplin, dem Design. Hier könnte der Konzern aus Kalifornien am 12. September Neues präsentieren. Dann wird Apple voraussichtlich die neueste Generation iPhones zeigen. Dieses Datum soll unter Mobilfunkanbietern kursieren, wie Tech-Blogs und das Wall Street Journal schreiben. Verkaufsstart wäre dann am Freitag der folgenden Woche, also am 22. September.

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Beobachter erwarten, dass der Techkonzern drei iPhones vorstellen wird: Das neue Gerät sowie zwei aufgefrischte Versionen des Vorgängermodells iPhone 7. Das neue Gerät soll Berichten zufolge einen gehäusefüllenden Bildschirm erhalten – vermutlich in einer Grösse von 5,8 Zoll. Eine neuartige Gesichtserkennung könnte die Touch-ID ersetzen – oder zumindest ergänzen. Ausserdem soll ein Glasgehäuse mit Metallrahmen das Laden ohne Kabel ermöglichen.

Android hat Oberwasser

Ein derartiges Gerät könnte Apple wieder Rückenwind geben. Das Plus bei den Verkäufen nahm sich zuletzt sehr knapp aus. Von April bis Juni verkaufte Apple 41 Millionen iPhones und erzielte damit einen Umsatz von knapp 25 Milliarden Franken. Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Gerät des Konzerns. Der Löwenanteil des Umsatzes und Gewinnes stammt vom Smartphone-Business.

Die fehlenden Innovationen und die Positionierung im Luxussegment haben Apple weltweit ins Hintertreffen gebracht.Weltweit dominiert Googles Android-Betriebssystem. Im ersten Quartal 2017 lief nach Angaben der Marktforschungsfirma Gartner auf neun von zehn weltweit verkauften Smartphones das Betriebssystem des Apple-Rivalen.

 
(me/ise)