Das Auto, ein Honda FCX Clarity, fährt wie ein normales Fahrzeug. Dass aber mit ihm «etwas nicht stimmt», das lässt nicht nur der Name erahnen. Denn im Innenraum, ob als Mitfahrer oder selbst hinter dem Steuer, ist kein Motorengeräusch zu vernehmen; auch die Anzeigen sind nicht ganz so, wie man das gewohnt ist.

Und beim Gasgeben (was die Sache wiederum nicht genau trifft, denn es befindet sich Wasserstoff statt Benzin oder Diesel im Tank) heult die Maschine im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht brachial, es hört sich vielmehr an, als arbeite ein Staubsauger unter der Motorhaube. Bei diesem Honda handelt es sich um ein Brennstoffzellenfahrzeug. Hier wandelt die Antriebseinheit über einen chemischen Prozess Wasserstoff in Elektrizität um, mit der wiederum ein Motor in Gang gesetzt wird.

Noch ein weiter Weg vor sich

Die Brennstoffzellenfahrzeuge standen schon oft im Mittelpunkt des Interesses. Ihr grösster Vorteil: Aus dem Auspuff kommen keine giftigen Stoffe, sondern lediglich Wasserdampf. Allerdings weisen die Entwicklungsingenieure darauf hin, dass wohl noch 10 bis 15 Jahre vergehen werden, bis diese Technik serienreif ist.

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Honda allerdings hält sich mit Zeitangaben eher bedeckt. Von Seiten der Ingenieure und Marketingexperten heisst es, im Prinzip könne der Wagen, so wie er sich heute präsentiert, in wenigen Jahren auf den Markt rollen. Die anspruchsvolle Technik sei beherrschbar, auch bei Kältetemperaturen bis zu -30°. Wirkliche Probleme schafft hingegen die Infrastruktur (Wasserstoff, Transport, Lagerung und Tankstellen). Und dann natürlich der Preis. Honda gibt an, dass der FCX Clarity mindestens 100000 Fr. kostet, falls er in kleiner Serie produziert wird.

Deshalb wurde der FCX Clarity als Luxusfahrzeug konzipiert. Der Japaner hält denn auch in Sachen Platzverhältnisse, Ausstattung und Komfort jedem Vergleich mit Luxusfahrzeugen wie Audi A8, 7er BMW oder Mercedes S-Klasse stand.

Die Verantwortlichen des Projekts FCX Clarity stellen sich auf den Standpunkt, dass sich ein Fahrzeug, dessen Antriebstechnologie im Vergleich zu heutigen Motoren einem Quantensprung gleichkommt, auch durch sein Äusseres von konventionellen Modellen unterscheiden muss. Sind all die aufgeführten Parameter erfüllt, werde sich mit Sicherheit eine Kundschaft finden, die bereit sei, 100000 Fr. und mehr für ein solch modernes Auto auszugeben. Schliesslich belaufe sich der weltweite Absatz in diesem Preissegment auf mehr als 100000 Fahrzeuge jährlich. Zusammen mit einem klugen Marketing, so glauben die Honda-Verantwortlichen, könnten schon früher als bisher angegeben serienfertige Brennstoffzellen-Autos auf den Markt kommen und von kaufkräftigen Kunden akzeptiert werden - vorausgesetzt, für die Wasserstoff-Infrastruktur zeichnet sich eine Lösung ab.

Hybridfahrzeuge als Alternative

Für Fahrzeuge im Kompakt- und Kleinwagensegment favorisiert Honda hingegen den Hybridantrieb, eine Kombination aus Elektro- und Benzinmotor. Bald sollte auch ein Diesel-Hybrid verfügbar sein, womit sich der Verbrauch - unter bestimmten Voraussetzungen - weiter senken liesse. Weltweit in grösseren Stückzahlen ist heute der Honda Insight als Hybrid erhältlich. Als einziger ernst zu nehmender Konkurrent gilt nur der Toyota Prius. Beide Marken wollen für die nächsten Jahre aufrüsten. Toyota hat in der Schweiz nach eigenen Angaben bereits über 1000 Prius abgesetzt. Honda folgt mit ähnlichen Stückzahlen. Die Basispreise liegen zwischen knapp unter 30000 (Honda) bis 40000 Fr. (Prius).

Als nächste Generation der Hybridfahrzeuge wird eine Version folgen, deren Batterien viel leistungsfähiger sind und sich auch an der Steckdose aufladen lassen (Plugh-in). Mit diesen Wagen können dann kurze Strecken auch rein elektrisch zurückgelegt werden, was für den Stadtverkehr wichtig ist. Die europäischen Marken werden auf diesem Gebiet erst später folgen, was ihnen den Vorwurf einträgt, eine wichtige Entwicklung - wieder einmal - zu verschlafen.