Einige Anleger klagen bereits darüber, dass sie die Börsenrally seit Anfang März verpasst haben. Zwischen 20 und 30% schnellten die Aktienkurse seither nach oben. Das sind Good News für die Fondsbranche. Ihre Produkte sind im Sog der Finanzmarktkrise ebenfalls stark unter Druck geraten. Vom verwalteten Fondsvermögen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten etwa 200 Mrd Fr. verflüchtigt. Der deutliche Aderlass hinterlässt intern Spuren. Nur grössere Fondseinheiten können diese Ertrags-Durststrecke für die Anbieter schadlos überstehen. Überall, wo gespart werden kann, setzen die Fondsmanager nun den Rotstift an. Bei den Aufwendungen für das Management des Fonds gibt es allerdings nur geringe Einsparmöglichkeiten. «Die Qualität muss einfach stimmen», sagt DWS-Chef Klaus Kaldemorgen.

Nach einer fast zweijährigen Talfahrt kann sich die Fondsindustrie ab diesem Sommer wieder etwas optimistischer vorwärts orientieren. Die Investoren schöpfen nach der jüngsten Rally wieder Mut. Die grossen institutionellen Anleger, wie etwa Versicherungen und Pensionskassen, haben den Fondsprodukten auch in der Krise weitestgehend die Treue gehalten. Getrennt hat man sich nur von einzelnen Hedge-Fonds, die besonders exponiert waren. Die Privatanleger dagegen stiegen vor allem bei den Aktienfonds aus.

Entsprechend schwierig gestaltet sich in diesen Zeiten der allgemeinen Verunsicherung die Suche nach erfolgversprechenden Themen. Exotische Produkte sind nicht gefragt. Die Anlegerschaft sucht einfache, leicht verständliche Vehikel. Das eröffnet der Branche auch Chancen. Gerade im Vorsorgebereich sind langfristig orientierte Fonds beliebt, die ein klares und verlässliches Leistungsversprechen abgeben.

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Auch die Kosten geraten mit der verschlechterten Performance vermehrt in den Fokus der Anleger. Das hat den Exchange Traded Funds (ETF), mit markant tieferen Managementgebühren, einen kräftigen Auftrieb verliehen. Auch die Anbieter von Hedge- Fonds werden bei den Fees und Gewinnabschöpfungen nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher zugreifen können. Branchenexperten gehen davon aus, dass sich diese Aufwendungen für die Käufer von alternativen Anlageprodukten in der nahen Zukunft halbieren werden.

Apropos Börsenrally: Überschätzen darf man die erste Morgenröte an den Märkten nicht. Noch hat uns die Rezession fest im Griff. Das kurzfristige Auf und Ab an den Kapitalmärkten ist vor allem für Trader gut. Clevere Fondsmanager wissen dies zu nutzen.