Hinter dem Event stehen die Swiss Association of MBAs (SAMBA) und academics 4 business, die am 26. März 2010 den ersten Recruiting Event zum Master of Business Administration (MBA) im Swiss Re Centre for Global Dialogue in Rüschlikon ZH organisieren. Benno Marbach, selbst MBA-Absolvent der University of Michigan, führt die SAMBA und schwingt als Dirigent der Premiere den Taktstock.

Das Bedürfnis scheint vorhanden

Die meisten ähnlichen Anlässe erweisen sich als Marathon für MBA-ler suchende Unternehmen - ebenso für Absolventen. Die Global Player haben es besonders schwer, wenn Auftritte an international bedeutenden Kaderschmieden ihre Agenden füllen. Heute Fontainebleau, morgen Chicago, London oder Singapur sind Ziele, die nicht nur aufwendig und intensiv für die Reisekosten sind, sondern auch deswegen, weil die Konzerne jeweils nur Kandidaten einer Institution treffen können.

Am Zürichsee soll das völlig anders ablaufen, so Marbach: Teilnehmende MBA-Absolventen, davon geschätzte 70%, sind kurz vor dem Abschluss und die anderen 30% stehen bereits im Berufsleben und sind SAMBA-Mitglieder. Sie alle haben am ersten Swiss MBA Career Forum die Möglichkeit, sich mit Vertretern von rund 25 in der Schweiz ansässigen Firmen intensiv auszutauschen. Dazu können sie ihr Curriculum in einem nur an diesem Anlass aufliegenden CV-Book hinterlassen.

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Wer es nicht schafft, selbst am Anlass dabei zu sein, kann seinen Lebenslauf vorher einsenden. Marbach schätzt, dass viele vom Ausland anreisende MBA-Absolventen von SAMBA-Mitgliedern aus Italien, Frankreich, England und Spanien stammen werden. Beim Roundtable finden moderierte Dialoge mit Repräsentanten der Unternehmen mit den Teilnehmern über Karriereaussichten statt, später Einzelgespräche und Ad-hoc-Interviews.

Die Firmen wollen nur die Besten

Noch nie wurde bei der Skizzierung der Wunschprofile die Messlatte so hoch gelegt wie heute. Überall werden extrem viel Kompetenz, Sprachkenntnisse, Social Skills und gute bis sehr gute Abschlüsse verlangt. Ein paar Beispiele von teilnehmenden Firmen:

BASF: Der Chemie- und Petrokonzern mit Schweizer Sitz in Basel steht MBA-Absolventen grundsätzlich aufgeschlossen und positiv gegenüber - vorausgesetzt, dass sie von einer internationalen Business School kommen, so Sprecher Franz Kuntz. Gefragt sind Praxiserfahrung, internationale Erfahrung, was interdisziplinäre Offenheit im Arbeitsstil, interkulturelle Orientierung und sehr gute Sprachkenntnisse, vor allem Englisch, bedeutet. Die Abschlüsse sollen überdurchschnittlich sein; und auch alle anderen Anforderungen lesen sich wie ein Lobgesang auf einen Musterknaben. Neben der fachlichen Spezialisierung ist BASF vor allem an der Persönlichkeit des Bewerbers interessiert. Die Einsatzgebiete orientieren sich am Bedarf der Konzernsparten und an den Qualifikationen der Absolventen. MBA-ler sind derzeit in Marketing, Einkauf, Logistik, Finance, Controlling oder Beratungsfunktionen tätig.

Roche: MBA-Absolventen sind beim Basler Pharmakonzern insbesondere für das Compass-Programm von Interesse, das künftige Führungskräfte im Finanzbereich anspricht. Die Kriterien dafür: Guter bis sehr guter Abschluss, internationale Erfahrung, exzellente Englischkenntnisse, viel Mobilität, sehr gute Referenzen. Vorausgesetzt werden zwei bis drei Jahre Erfahrung im Pharmabereich oder in einer Tätigkeit, die sich mit der Pharmaindustrie beschäftigt, idealerweise mit naturwissenschaftlichem Background. Neben dem Compass-Programm sind bei Roche für MBA-ler ebenfalls Direkteinstiege, insbesondere im Finanzbereich, möglich sowie für internationale Positionen im Marketing oder International als Business Analyst.

Ameos-Gruppe: Das 2002 gegründete Unternehmen mit Sitz in Zürich zählt zu den bedeutenden Gesundheitsdienstleistern im deutschsprachigen Raum. Ihr Wunschkandidat muss ein solides CV vorweisen und einige Jahre Berufserfahrung haben, mit Vorteil im Bereich Gesundheitswesen/Gesundheitsmanagement. Angesprochen werden Mediziner, Gesundheitsökonomen, BWL-ler, Berufserfahrene im Bereich Medizin, Wirtschaftsprüfer, Krankenhausdirektoren. Angeboten werden Jobs im operativen Management sowie in Führungspositionen in der Schweiz und in Deutschland. Gefragt sind Deutsch und Englisch, Begeisterungsfähigkeit, Eigenständigkeit, Teamfähigkeit, hohe Sozialkompetenz und Reisebereitschaft, betont Dr. Axel Paeger, Vorsitzender des Vorstandes der Ameos-Gruppe.

Roland Berger: Bei der Strategieberatungsgruppe besteht laufend Bedarf für MBA-Absolventen, sagt Sven Siepen, Principal von Roland Berger Strategy Consultants in Zürich. Für MBA-ler mit exzellenten Leistungen, die in ihrem Leben auch schon bewiesen hätten, dass sie auch praktisch arbeiten können, bietet sich ein enorm breites Spektrum. Bei Bewerbern wird vorausgesetzt, dass das MBA-Studium an einer seriösen Universität stattgefunden hat, gefolgt von einer Anzahl an Berufsjahren und einem MBA an einer hervorragenden Schule, zum Beispiel IMD oder Insead. «Wir suchen Leute, die bei dem Profil unserer Kunden mithalten», heisst es bei Roland Berger. MBA-ler mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung werden jedoch eher breiter und nicht berufsspezifisch eingesetzt, um nicht berufsblind zu werden.

Zurich: Fabrice Braun, Manager Internal Consulting bei Zurich Financial Services (ZFS) in Zürich, interessiert sich für MBA-Absolventen mit den unerlässlichen Voraussetzungen für eine internationale Position: Analytische und Problemlösungsfähigkeiten, Motivation, Teamfähigkeit, internationale Erfahrungen, soziale und kommunikative Fähigkeiten, fliessendes Englisch in Wort und Schrift, Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor und Beratererfahrung. Offeriert werden beim Schweizer Versicherungskonzern vor allem Jobs im Internal Consulting und M&A. Umworben werden MBA-Absolventen mit Fulltime-Abschluss von Top-Universitäten, etwa St. Gallen, Insead, Instituto de Empresa, Wharton oder Columbia.

Nachgefragt

«Wir rechnen mit Absolventen, die bald abschliessen»

Benno Marbach ist Gründer und Präsident der Swiss Association of MBAs (SAMBA) sowie Initiant des Swiss MBA Career Forum.

Pokern Sie als Organisator des ersten Swiss MBA Career Forum nicht etwas hoch, wenn man bedenkt, wie viele nationale und internationale MBA-Recruiting-Anlässe es bereits gibt?

Benno Marbach: Nein, denn mit dem ersten Swiss MBA Career Forum bringen wir eine absolute Neuheit in die Szene. Dabei steht uns das grosse Beziehungsnetz mit weltweit 26 angeschlossenen Schulen der SAMBA zur Verfügung. Alle haben Weltruf und wir rechnen mit MBA-Absolventen, die dort in den nächsten Monaten abschliessen oder bereits abgeschlossen haben. Aus Gründen der Distanz gehe ich davon aus, dass die meisten aus europäischen Ländern anreisen.

Wo positionieren Sie das Swiss MBA Career Forum im Vergleich mit anderen Angeboten?

Marbach: Das Swiss MBA Career Forum versteht sich als Ergänzung zu bestehenden Angeboten. Bei uns werden sich am 26. März 2010 nur MBA-Absolventen mit einem gewissen Profil von international anerkannten Top-Schulen einfinden. Das macht den Match auch für die anwesenden Unternehmen einfacher.