Stevia ist ein Riesenbusiness. Als Ersatz für Zucker oder künstliche Süssstoffe eingesetzt, erzielt die Pflanze einen geschätzten Jahresumsatz von 300 Millionen Franken. Doch das Volk der Guaraní, welches Stevia seit Jahrhunderten als Heilpflanze und für Rituale einsetzt, hat wenig von seiner Entdeckung.

Die meisten Guaraní leben auch heute in bitterer Armut, ohne Strom und verstreut in den Wäldern. In ihren Heimatländern – Paraguay, Bolivien, Argentinien, Brasilien und Uruguay – sind sie Bürger zweiter Klasse. Deshalb fordern Vertreter des Volks und Aktivisten eine Entschädigung von den Konzernen, die mit ihrer Pflanze das grosse Geld machen.

«Biopiraterie» der Weissen

Die Guaraní sprechen von «Biopiraterie» und fordern einen sogenannten Vorteilsausgleich. Einige Firmen sind dazu bereit. Für Neil Goldsmith, CEO von Evolva, ist klar: «Wenn wir Pflanzen verwenden, sollten wir die Nutzung abgelten». Seine Firma ist einverstanden, 1 Prozent des Stevia-Umsatzes an die Indigenen zurückzugeben.

Am Freitag trifft sich die Stevia-Industrie in Paris. Sehen Sie im Beitrag von SRF Eco, worum es den Guaraní in ihrem Kampf geht.

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