Der Spezialchemiekonzern Clariant will auf Ende Jahr das Geschäft mit Textil-, Leder- und Papierchemikalien (TLP) in separate operative Einheiten aufspalten. Trimmt sich Clariant fit für einen Teilverkauf? Oder will sich der Konzern in ein Joint Venture mit der deutschen BASF einbringen, die für das eingebrochene Geschäft mit Gerb- und Färbstoffen ebenfalls strategische Lösungen sucht? Alle Möglichkeiten würden geprüft, stellt Clariant klar.

Der mittelgrosse Player steht auch als ganzes Unternehmen auf dem Radarschirm expansionshungriger Firmen. Will ein Konzern aus dem arabischen oder asiatischen Raum seine Wertschöpfungskette ausbauen, ist Clariant mit dem auf dem Allzeittief dümpelnden Aktienkurs ein attraktives Ziel. Laut ZKB-Analyst Martin Schreiber kommt die Saudi Basic Industries Corporation als Interessent in Frage: «Die erdölnahe Sabic könnte damit eine weitere Vorwärtsintegration verwirklichen.»

Von der Konsolidierung in der Chemiebranche profitieren werden Unternehmen mit einer starken Bilanz - auch in der Schweiz. Die Ems-Chemie mit einer Eigenkapitalquote von 58% und einer Nettocashposition von 260 Mio Fr. kann zugreifen, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Bei Lonza und Syngenta sind kleinere Abrundungsakquisitionen zu erwarten. Eine Übernahme droht hingegen Petroplus. Die Probleme in der englischen Raffinerie Teesside reissen nicht ab, womöglich drohe dort gar die Schliessung, so Martin Schreiber.

Anzeige

Auch beim Wirkstoffhersteller Siegfried kommen zum widrigen Umfeld hausgemachte Probleme hinzu, sprich teuer aufgebaute Überkapazitäten. Damit sind die Zofinger für Konkurrenten interessant geworden, die fixfertige Produktionsmöglichkeiten suchen. Immerhin bietet hier ein starker Hauptaktionär, die Camellia-Gruppe, Schutz vor einer feindlichen Übernahme.