1. Home
  2. Unternehmen
  3. «Wir haben die Kritik ernst genommen»

«Wir haben die Kritik ernst genommen»

Mit der neu konzipierten Fachmesse will die Messe Schweiz die bei ähnlichen Veranstaltungen gemachten Fehler vermeiden und einen Neubeginn starten.

Von Interview: Kurt Bahnmüller
am 30.09.2008

Welche Erwartungen verbinden Sie mit der bevorstehenden Fachmesse Pack&Move?

Roger Kaufmann: Wir gehen von 250 Ausstellern aus, die eine Bruttofläche von 26000 m2 belegen. Stand heute haben über 200 Aussteller fest zugesagt, darunter viele Anbieter aus der Verpackungsbranche und vor allem die grossen Logistikanbieter. Firmen wie Jungheinrich, SSI Schäfer, Markem, TESA, Prodinger oder Multivac setzen auf die Messe. Zudem bieten wir hochklassige Begleitveranstaltungen, darunter das Forum «logistics talks». Darin präsentieren sich nicht nur Aussteller, sondern vor allem Betreiber von integrierten Logistiklösungen, von grossen Lager- und Distributionszentren. Wir zeigen aktuelle Paradebeispiele der Logistik sowie Trends und Visionen. Eine weitere Tagung wird von GS1 organisiert, welche auf der Messe das alljährlich stattfindende Comm-ID Forum abhält. Ausserdem wird das Schweizer Verpackungsinstitut den Swiss Star für Verpackungslösungen verleihen.

Mit wie vielen Besucherinnen und Besuchern rechnet die Messeleitung?

Kaufmann: Insgesamt rechnen wir mit 15000 Fachbesuchern. Da das Eintrittsticket für die Pack&Move auch freien Eintritt für die Parallelveranstaltungen Swisstech (Messe für die Zulieferindustrie) und Prodex (Messe für Fertigung, Werkzeugmaschinen) bietet, rechnen wir zudem mit einigen Besuchern, die von diesen beiden Messen zur Pack&Move kommen.

Wie unterscheidet sich die Pack&Move von den früheren Messeveranstaltungen (staplex, mavex etc.), welche beim Publikum wenig Anklang fanden?

Kaufmann: Wir haben die Rückmeldungen aus dem Markt zu den Vorgängerveranstaltungen ernst genommen und deshalb in enger Zusammenarbeit mit unserem Messebeirat das Konzept der Pack&Move ausgearbeitet. Hier ist das gesamte Wissen von 20 führenden Unternehmen der Verpackungs- und Logistikbranche eingeflossen. Die Messe richtet sich an Einkäufer und an Verantwortliche der Bereiche Verpackung und Logistik, die zunehmend nach Gesamtlösungen fragen. Davon ausgehend leiten sich die beiden wichtigsten Punkte des Konzepts ab: Die Pack&Move bildet die gesamte Logistikkette von der Herstellung eines Produkts über die Verpackung, Lagerung, Kommissionierung bis hin zum Transport ab. Und weil jede Branche besondere Anforderungen hat, werden Aussteller im Rahmen des Branchenfokus speziell Lösungen für die Branchen Pharma/Chemie, Nahrungsmittel/Getränke, Fertigungstechnik sowie Versandhandel/E-Commerce präsentieren. Die Vorgängermessen fanden bei den Ausstellern wenig Anklang. Heute dürfen wir feststellen, dass die Grundstimmung auf der Ausstellerseite wie auch bei den Fachmedien bereits in der Vorbereitungszeit gut und optimistisch ist. Das sind gute Vorzeichen für einen erfolgreichen Start der Pack&Move.

Auffallend ist, dass namhafte Staplerhersteller in Basel fehlen. Was ist der Grund dafür?

Kaufmann: Die Abwesenheit der meisten grossen Stapleranbieter bedauern wir sehr. Bei verschiedenen Gesprächen hat sich herausgestellt, dass sich die Schweizer Niederlassungen dieser Unternehmen auf die CeMAT konzentrieren. Diese Entscheidung der grossen Anbieter beeinflusst natürlich auch die Meinung anderer im Markt. Grundsätzlich ist der Erfolg der Pack&Move damit aber nicht in Frage gestellt, zumal die Entscheidung dieser Unternehmen nichts mit dem Konzept unserer Messe zu tun hat. Wir sind nach unseren Gesprächen überzeugt, dass die Stapleranbieter bei der zweiten Durchführung der Pack&Move wieder dabei sein werden. Wir können das breite Spektrum der Logistik und der Verpackung gut darstellen, auch wenn uns im Staplerbereich einige wichtige Aussteller fehlen. Die Bereiche Förder-, Lager- und Kennzeichnungstechnik sind dagegen gut repräsentiert. Im Bereich der externen Logistik erwarten wir noch eine Reihe weiterer Aussteller, sodass wir hier neben den Speditionen auch die Bereiche Bahn, Flugzeug und Schiff abdecken können. Gut abgedeckt sind wir auch in vielen Bereichen der Verpackungstechnik.

Die Pack&Move findet im gleichen Jahr wie die Weltmesse CeMAT in Hannover statt. Könnte dies nicht ein Nachteil sein bzw. der Grund für die Abwesenheit einiger bekannter Firmen?

Kaufmann: Wir haben erfreulich viele Anmeldungen von Unternehmen aus Deutschland. Dies zeigt uns, dass das eigenständige Konzept Anklang findet und dass die bei unserer Messe angesprochenen Besucherzielgruppen interessant sind. Selbstverständlich bedauern wir, dass sich vor allem im Staplerbereich der Termin als Nachteil erwiesen hat. Denn grundsätzlich wurde der Termin gerade mit dieser Branche bewusst abgestimmt. Trotz des gewählten Termins sind wir überzeugt, dass sich die Pack&Move auch langfristig einen festen Platz in der Messelandschaft sichern kann.

Wie sieht es punkto Internationalität der Aussteller aus? Wie viele kommen aus dem Ausland?

Kaufmann: Neben den zahlreichen deutschen Anbietern haben wir Aussteller aus Österreich, dem Elsass, Italien, den Niederlande, Polen sowie aus weiteren europäischen Ländern. Vielfach stellen zudem Schweizer Niederlassungen von ausländischen Unternehmen aus, womit die Internationalität von sich aus schon gegeben ist.

 

 


Logistik und Verpackung stehen im Fokus der Fachmesse «Pack&Move» in Basel

Nachdem etliche frühere Veranstaltungen wenig erfolgreich waren, will nun die Messe Schweiz mit der neu konzipierten Fachmesse Pack&Move, welche zusammen mit den Messen Prodex und Swisstech stattfindet, einen Neubeginn wagen. Bereits sind rund 80% der Schweizer Branchenplattform rund um die Verpackungstechnik und integrierte Logistiklösungen durch die rund 175 Aussteller, welche der Messe Schweiz ihre Teilnahme zugesagt haben, belegt. Die Fachmesse Pack&Move, welche vom 18. bis zum 21. November 2008 im Messezentrum Basel stattfindet, will die komplette Prozesskette in Verpackung und Logistik abbilden. Unter den Ausstellern sind bekannte Firmen wie etwa Jungheinrich, SSI Schäfer, Markem, TESA oder Multivac. Im Mittelpunkt des dreitägigen, parallel laufenden Forums «logistics talks» steht der Blick auf die Gesamtsysteme im jeweiligen Marktsegment. Hauptsponsor des Logistikforums ist die Schweizerische Post. Der Fokus der Fachmesse liegt auf industrienahen Lösungen für die Branchen Pharma und Chemie, Nahrungsmittel und Getränke, Fertigungstechnik sowie Versandhandel und E-Commerce.

Die Pack&Move öffnet ihre Pforten im November parallel zu den Fachmessen Prodex und Swisstech. Während der viertägigen Fachmesse moderiert TV-Moderator Stephan Klapproth das Expertenforum «logistics talks», das von Dienstag bis Donnerstag jeweils am Nachmittag stattfindet. Mit dabei im Forum «logistics talks» sind auch Vertreter aus Industrie und Wissenschaft wie Giancarlo Bezzola, CEO der Gondrand International AG, René Jenny, Präsident der GIPR und VR-Präsident Interdelta, oder Professor Wolfgang Stölzle, Leiter des Lehrstuhls für Logistikmanagement an der Universität St. Gallen. Neben Fachvorträgen runden Podiumsdiskussionen zum Thema integrierte Logistiklösungen das Geschehen im Messezentrum Basel ab. Der Eintritt zum Forum ist für die Messebesucher frei.

Das Spektrum der Pack&Move erstreckt sich über die wichtigsten Anwenderbranchen der Industrie. Vom spezifischen Branchenfokus, gegliedert nach Produktkategorien und Anwenderbedürfnissen, profitieren Aussteller und Fachbesucher gleichermassen: Ausstellern wird die zielgruppengerechte Präsentation ihrer Produkte ermöglicht und dem Fachpublikum die Orientierung und Suche nach individuellen Branchenlösungen erleichtert. Zudem können Fachbesucher mit dem Online-Portal «packmove24» sowohl vor als auch nach der Fachmesse anwender- und branchenbezogene Informationen abrufen. Die 175 Aussteller kommen aus den Bereichen Verpackung, Kennzeichnung, Intralogistik, Flurfördermittel sowie Extralogistik und decken damit die gesamte Prozesskette bis zur Auslieferung ab. (kb)

Anzeige