Der Chef des Versicherungskonzerns Zurich Insurance Group, Martin Senn, sieht die Assekuranzgruppe angesichts der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten in der Eurozone in guter Verfassung: «Wir haben uns in der Eurokrise gut geschlagen und konnten trotz Verwerfungen an den Finanzmärkten, dem Wirtschaftsrückgang und tiefen Zinsen wachsen und unsere Kaptialbasis stark behalten», sagt Senn in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Zwar sein das Unternehmen in Spanien exponiert, doch die breite Diversifikation und die globale Ausrichtung des Konzerns würden dieses Risiko mindern. Im Ergebnis für 2012 rechnet Senn nicht mit «negativen Überraschungen». «Die Entspannung an den Finanzmärkten wirkt sich auf unsere Anlegerrenditen positiv aus. Zu schaffen machen uns aber die tiefen Zinsen. Darum sind unsere Erträge aus Obligationen sehr tief und belasten die Anlagerendite», erläutert Senn.

Dividenden nicht gefährdet

Der Hurrikan «Sandy» werde das Resultat zudem nicht zusätzlich belasten: «Ich erwarte nicht, dass wir hier eine Korrektur haben beim Jahresabschluss», erwähnt Senn. Die Dividenden seien ebenfalls nicht gefährdet.

Generell sieht der Konzernchef den Versicherer auf dem richtigen Weg: Der Konzern sei «auf Kurs», was die strategischen Vorgaben betreffen. Der Konzern mache in der Umsetzung der Strategie «grosse Fortschritte». So gehe es beispielsweise mit der geplanten Kostenreduktion von 500 Millionen Dollar  in die gewünschte Richtung.

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Das Management hält auch am langfristigen Ziel einer Eigenkapitalrendite von 16 Prozent fest. Doch: «Im letzten Jahr wegen der tiefen Zinsen ist ein Ziel von etwa 14 Prozent realistischer.»

Gelassen gegenüber strengeren Kapitalregeln

Wachstum macht Senn in Schwellenländer in Asien und Lateinamerika. «Im Lebensversicherungsgeschäft wollen wir mindestens 30 Prozent der Neuabschlüsse in neuen Märkten tätigen. Da sind wir sehr gut unterwegs und bewegen uns sogar eher Richtung 40 bis 50 Prozent.»

Strengeren Kapitalregeln für die Finanzbrachen sieht Senn gelassen entgegen. Die Zurich brauche keine Stärkung des Eigenkapitals. «Wir haben eine ausgesprochen hohe Solvenz von fast 180 Prozent. Wir haben also rund 80 Prozent mehr Kapital, als wir gemäss Vorschriften haben müssten.» Senn zeigt sich zudem zuversichtlich, dass das Doppel-AA-Rating bestätigt wird.

(rcv)