JELMOLI. Die Schlagzeile, dass der Autodynastie-Spross und Jelmoli-Mehrheitsbesitzer Georg von Opel mit der Aufstockung seines Anteils an der Seiler-Gruppe in Zermatt von 40 auf 80% zum alpinen Hotelier wird, war eine Überraschung. Da kaufte einer, der eben noch sein Immobilien-Imperium hatte verkaufen wollen, neue Immobilien. Zur Seiler-Gruppe gehören mehrere Hotels und eine Reihe von Grundstücken in zentraler Lage.

Ist dieser Kauf eine Rückkehr zur bisherigen Jelmoli-Strategie? Georg von Opel beteuerte jüngst in mehreren Interviews lediglich, dass der Verkauf des gesamten Immobilien-Imperiums von Jelmoli nach wie vor sein Ziel bleibe. Auf die Frage nach der Strategie bei Jelmoli verweist CEO Harald Pinger auf den Verwaltungsrat. Dieser wird am 7. Dezember 2007 an der ausserordentlichen GV in Zürich ergänzt und erhält mit Christopher M. Chambers einen neuen Präsidenten (siehe auch Seite 31). Bis zu diesem Zeitpunkt herrscht offiziell Funkstille. Was aber Georg von Opel bereits angedeutet hat, dürfte auch nach dem 7. Dezember 2007 Gültigkeit haben. Schliesslich kontrolliert er mit 28% des Kapitals 54% der Stimmen.

Seiler-Gruppe passe zur Strategie

Pinger räumt ein, dass es im Moment schwierig sein dürfte, die Absicht des Mehrheitsaktionärs umzusetzen. Er sagt aber: «Wenn eines Tages der Preis wieder stimmen sollte, wird ein Verkauf erneut spruchreif.» Die Übernahme der Seiler-Gruppe stehe zu dieser Absicht nicht im Widerspruch, betont der CEO. Laufende Projekte wie eben die Hotels in Zermatt, die russischen Immobilien und Tivona wären nicht an die Blenheim Properties Group und Delek Global Real Estate gegangen, selbst wenn dieser Verkauf geklappt hätte. Die Seiler-Gruppe passe sogar hervorragend zur Strategie, wenn auch zur alten.

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Tatsächlich gehören zu den Hotels erstklassige Detailhandelslagen. Deren Besitz und Vermietung ist das traditionelle Jelmoli-Kerngeschäft. «Wir sehen in Zermatt noch viel Optimierungspotenzial», sagt Pinger. Zudem seien Hotels für Jelmoli nichts Neues. «Wir haben als Franchiser des Hotels Ramada in Genf bereits Erfahrungen gemacht.» Pinger meint zur aktuellen Situation von Jelmoli: «Wir sitzen nicht auf einem Scherbenhaufen, sondern haben vielmehr ein Luxusproblem.» Das auf 2,783 Mrd Fr. geschätzte Immobilien-Portfolio, welches von Opel loswerden möchte, warf 2006 einen Mieterlös von 145 Mio Fr. ab.