Mit dem Ergebnis 2007 hat Sika die Ertragsziele für 2010 bereits erreicht. Werden Sie diese nun entsprechend anpassen?

Ronald Trächsel: Man muss differenzieren: Den Umsatz von 5 Mrd Fr. haben wir noch nicht erreicht. Und da es sich bei den Vorgaben um Margen- und Wachstumsziele handelt, ist eine Anpassung nicht nötig.

Sie werden die Vorgaben also nicht erhöhen?

Trächsel: Nein, die Ziele für 2010 gelten nach wie vor. In den kommenden Jahren wollen wir um durchschnittlich 8 bis 10% wachsen und das Ergebnis leicht überproportional steigern.Mehr als drei Viertel des Umsatzes erzielt Sika im Baugeschäft. Spüren Sie die Beruhigung in der Branche? Trächsel: Auch hier muss man zwischen den einzelnen regionalen Märkten unterscheiden. In Nordeuropa oder Amerika spürt man eine Beruhigung. Dagegen läuft das Baugeschäft in Asien weiterhin sehr erfreulich. Sika profitiert heute von seiner globalen Positionierung. Zudem werden unsere Produkte kaum im Wohnungsbau benötigt, sondern vorwiegend bei Infrastruktur- und Gewerbebauten. Diese entziehen sich weitgehend kurzfristigen, konjunkturellen Schwankungen.

Wie läuft das Baugeschäft in den USA?

Trächsel: Es ist kein Rückgang feststellbar. Wir wachsen sogar in einem rückläufigen Markt, da wir heute in Amerika eine bessere Abdeckung erzielen und dadurch zu einem valablen Partner für die Bauunternehmen geworden sind. Trotz der Turbulenzen schauen wir gelassen in die Zukunft.

Welche Entwicklung sehen Sie in der Industriesparte?

Trächsel: Wir haben in der Industrie ein ähnliches Wachstum erzielt wie im Bau und die Ebit-Marge von 12 auf 14% verbessert. Dies, obwohl die US-Industrie und -Automobilhersteller wichtige Abnehmer von uns sind. Da wir aber in der Vergangenheit eine starke Bereinigung durchgeführt haben, profitieren wir heute beinahe von der Krise. Denn die Autohersteller kommen auf uns zu, um bei ihren Produkten Kosten zu sparen.

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In den kommenden Jahren wollen sie das Umsatzwachstum der Gewinnmaximierung überordnen. Wo sehen Sie Wachstumschancen?

Trächsel: Unsere Strategie sieht eine verstärkte Marktdurchdringung vor. Wir wollen verstärkt in Volumenmärkte vorstossen. Zudem haben wir auf geografischer Ebene und mit Innovationen noch viel Potenzial.

Im Massengeschäft sind die Margen allerdings schlechter.

Trächsel: Diesen Effekt konnte man bereits über mehrere Jahre feststellen. Wenn es uns aber gelingt, dass die operativen Kosten weniger stark ansteigen als der Umsatz, dann wird die Ebit-Marge am Ende weiter verbessert.

Welchen Einfluss hat der Ausbau auf die Investitionen?

Trächsel: Wir investieren wie in den vergangenen Jahren in unsere Kapazitäten. So sind die Ausgaben von 100 Mio Fr. im Jahr 2005 auf mittlerweile 175 Mio Fr. angestiegen. In diesem Rahmen dürften die Investitionen auch im laufenden Jahr liegen.

Sika hat für 2008 Akquisitionen angekündigt.

Trächsel: Tatsächlich prüfen wir neben kleineren Zukäufen auch grössere Akquisitionen. Allerdings kann ich dazu noch nichts Konkretes sagen.

Ist die Sarna-Intergration beendet?

Trächsel: Ja, es bestehen keine offenen Baustellen mehr.

Die Rohstoffsteigerung konnte Sika 2007 ohne zeitlichen Verzug an den Markt weitergeben. Wird dies 2008 wieder gelingen?

Trächsel: Dank unseren Tools haben wir eine hohe Transparenz über den Markt, weshalb wir schnell reagieren können. 2008 erwarten wir eine vergleichbare Entwicklung der Preise wie im Vorjahr. Unser Problem sind nicht die Kostensteigerungen, sondern die Verfügbarkeit der Rohstoffe.

Der Aktienkurs von Sika hat zeitweise um über 7% zugelegt. Was halten Sie davon?

Trächsel: Der Kurssprung ist eigentlich logisch, wenn man die Entwicklung in den vergangenen Monaten betrachtet. Der Aktienkurs hat die Leistung der Firma nicht widerspiegelt.