Der Hedge-Fonds Laxey habe den Kampf um die Beherrschung von Implenia verloren, sagen Sie. Doch warum hat dann Laxey seinen Anteil an Implenia auf über 50% erhöht?

Anton Affentranger: Wir wissen es nicht. Auf der einen Seite hat Laxey das Kapital leicht erhöht, auf der anderen Seite haben sie ihren Anteil an Stimmrechten gesenkt. Das deutet für uns darauf hin, dass sie keine Lösung haben.

Was bringt es Laxey überhaupt, über 50% an Implenia zu halten, wenn Laxey ja doch nicht mitbestimmen kann?

Affentranger: Wir verstehen die Haltung von Laxey auch nicht.

Sie argumentieren, der Einfluss von Laxey dürfe wegen der Lex Koller - der Einschränkung des Grundstückerwerbs durch Ausländer - nicht höher sein. Doch wie oft kaufen Sie Grundstücke?

Affentranger: Unser Geschäftsbereich Real Estate betreibt Projektentwicklung. Dazu wird Land gekauft, wo vorwiegend Wohnungen entstehen. Dieser Teil macht zwischen 15 und 25% unseres Betriebsgewinns aus. Er ginge mehrheitlich verloren, wenn wir ausländisch beherrscht wären.

Könnte man den Geschäftsbereich nicht einfach abspalten?

Affentranger: Nein, er ist Teil unserer Strategie. Wer Implenia-Aktien kauft, erwirbt auch diesen Geschäftsbereich. Wenn ein neuer Eigentümer diesen Geschäftsteil nicht mehr betreiben könnte, würde er die alten Aktionäre schädigen. Wer uns kaufen will, muss die ganze Firma kaufen.

Sie sind zuversichtlich, dass Laxey den Prozess gegen Implenia vor Bundesgericht verliert. Warum?

Affentranger: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht und das Bundesverwaltungsgericht haben bereits mit grosser Klarheit gegen Laxey entschieden. Unserer Meinung nach sind die Chancen sehr gut, dass das Bundesgericht diese Entscheide stützt.

Es läuft auch eine Zivilklage von Laxey gegen Sie persönlich.

Affentranger: Die Klage liegt beim Zürcher Handelsgericht. Aber auch hier bin ich sehr zuversichtlich. Solche Klagen gegen Verwaltungsräte gehören bei Laxey zu den Druckmitteln, wenn sie Firmen angreifen.

Laxey hat bereits versucht, sein Aktienpaket im Ausland zu verkaufen. Dort wollte es aber niemand. Warum?

Affentranger: Ein Grund ist sicherlich die Lex Koller. Es hat sich aber auch gezeigt, dass es für eine ausländische Unternehmung strategisch nicht sinnvoll ist, Implenia zu übernehmen.

Laxey liess verlauten, Implenia habe in Dubai Probleme.

Affentranger: In Dubai haben wir nur gerade einen Repräsentanten, aber kein Joint Venture - und auch keine Probleme. Wenn überhaupt, dann sehen wir uns derzeit nach Projekten in Abu Dhabi oder Katar um. Aber auch dort sind wir nur minimal tätig.

Wie sieht es in Russland aus? Dort haben Sie ja ein Joint Venture aufgelöst.

Affentranger: Implenia Russland köchelt auf kleinster Flamme.

Sie sind seit dem überraschenden Rücktritt von Werner Karlen Verwaltungsratspräsident und CEO. Wie lange noch?

Affentranger: Das Doppelmandat ist nicht ideal. Aber der Verwaltungsrat erachtet es im Moment als die beste Lösung, um der Firma die nötige strategische und operative Sicherheit zu geben. Darum bleibt die Lösung bis auf Weiteres.

Suchen Sie schon einen neuen CEO?

Affentranger: Im Moment nicht.

Wie ist der Geschäftsgang?

Affentranger: Wir hatten noch nie so gut gefüllte Auftragsbücher, Implenia läuft im Moment auf Hochtouren.

Werden Sie den Umsatz des Vorjahres übertreffen?

Affentranger: Insgesamt gilt immer noch meine Voraussage, dass der Umsatz 2009 im Rahmen des Vorjahresumsatzes liegen wird.

Volle Auftragsbücher trotz Krise - ein Grund mehr für Sie, den Angriff von Laxey abzuwehren?

Affentranger: Absolut. Management und Verwaltungsrat machen gute Arbeit. Wir sehen nicht ein, warum wir zulassen sollten, dass man unsere Firma filetiert, so wie das von Laxey geplant ist.