Die Ascom-Aktie erlebte am Montag einen Höhenflug.Weshalb?

Riet Cadonau: Ich kommentiere unsere Kurse schon lange nicht mehr.

Das Plus hat mit Gerüchten um den Einstieg privater Investoren bei Ascom zu tun.

Cadonau: Gerüchte sind mit ein Grund, weshalb ich den Ascom-Kurs nicht mehr kommentiere.

Stimmt es, dass die Investoren Oskar Ronner, Thomas Straumann und Rudolf Maag das 25%-Paket von der Zürcher Kantonalbank, kurz ZKB, übernehmen werden?

Cadonau: Auch dieses Gerücht kommentiere ich nicht.

Aber es ist eine Tatsache, dass Sie sich seit Amtsantritt intensiv um ein stabiles Aktionariat, sprich neue Investoren, bemühen.

Cadonau: Ich habe am 30. November gesagt, dass wir 2007 bewusst wenig Ressourcen in die Suche nach neuen Aktionären gesteckt haben. Ich habe ebenfalls gesagt, dass wir im Jahr 2008 aktiv nach neuen Aktionären Ausschau halten werden. Und das haben wir auch getan. Im Januar haben wir bereits viele Management- kapazitäten in dieses Thema investiert.

Wie sieht das Profil eines idealen Investors aus?

Cadonau: Wir wollen einen Investor finden, der mittelfristig denkt und unsere Zielsetzungen unterstützt. Geleitet wird die Suche durch den Verwaltungsrat. Wir von der Konzernleitung unterstützen den Verwaltungsrat dabei.

Die ZKB hält – wie gesagt – ein grosses Aktienpaket an Ascom. Ist geplant, dass dieses an einen neuen Investor verkauft wird?

Cadonau: Es ist unser Ziel, die 25%-Beteiligung so zu platzieren, dass wir einen Investor erhalten, der uns auf unserem Weg aktiv begleitet und unsere Strategie voll und ganz mitträgt. Und das für mindestens drei Jahre, und nicht nur für sechs oder neun Monate.

Heisst das auch, dass der neue Investor Einsitz im Verwaltungsrat nehmen sollte?

Cadonau: Für mich als CEO ist das erwünscht. Ich würde es gerne sehen, einen Vertreter der wichtigsten Aktionärsgruppe im Verwaltungsrat zu haben, der mich und die Geschäftsleitung kritisch hinterfragt und damit als zusätzlicher Sparringpartner auftritt.

Ist das Gegenmodell, ein breit gestreutes Aktionariat, keine Option?

Cadonau: Unser Ziel ist klar: Wir wollen einen stabilen Investor für das ZKB-Paket finden.

Vor den Turbulenzen im Aktionariat waren viele Pensionskassen in Ascom investiert. Versucht man, diese wieder ins Boot zu holen?

Cadonau: Ich möchte nicht offen legen, mit wem wir Gespräche führen. Sie können jedoch sicher sein, dass wir mit einigen interessierten Kreisen im Gespräch sind.

Und wie weit ist die Suche schon fortgeschritten?

Cadonau: Die Gespräche laufen. Mittelfristig werden wir eine Lösung präsentieren können.

Was heisst mittelfristig?

Cadonau: Jetzt könnte ich Ihnen die Standardantwort geben, nämlich dass Sie den Verwaltungsrats-präsidenten fragen sollten.

Und wenn Sie das nun nicht tun?

Cadonau: Dann kann ich Ihnen die Sicht als CEO der Ascom darlegen: Mein Wunsch ist es, dass wir das Thema bis zur Generalversammlung 2008 erledigt haben.

Das ist alles andere als mittelfristig. Die GV findet am 15. April 2008 statt.

Cadonau: Das ist korrekt. Wie gesagt, ist es mein Wunsch, dass wir bis dahin einen stabilen Investor gefunden haben. Ob das so sein wird, kann ich Ihnen aber nicht versprechen.

Ist es wahrscheinlich?

Cadonau: Es ist möglich, aber ambitiös. Entscheidend ist letztendlich nicht der Termin – entscheidend ist die Qualität des Investors.

Ist es auch möglich, dass sich die Geschäfte von Ascom 2007 besser als geplant entwickelt haben?

Cadonau: Würden unsere Ergebnisse von unserer Guidance abweichen, hätten wir das melden müssen. Deshalb kann ich Ihnen unsere Zielvorgaben für unser Kerngeschäft, so wie wir es am 30. November 2007 definiert haben, bestätigen. Überraschungen gegenüber diesen Aussagen wird es keine geben.