Die nächste Fachmesse Pack&Move war eigentlich für das Jahr 2011 vorgesehen, jetzt wurde sie auf November 2010 vorgezogen. Was sind die Gründe dafür?

Roger Kaufmann: Die Aussteller, allen voran die Mitglieder der Interessengemeinschaft für Intralogistik, Förder- und Lagertechnik (IGFT), beurteilten die Pack& Move im Jahr 2008 als grossen Erfolg für die Branche. Vor allem, weil parallel zu dieser Messe auch die Fachmessen Swisstech und Prodex stattfanden, welche zusätzlich interessante Besucher nach Basel lockten. Diese Kombination ermöglichte das Anknüpfen neuer Kontakte und den direkten Abschluss von Geschäften. Auf Grund einer von der IGFT durchgeführten Umfrage kam sehr klar zum Ausdruck, dass die befragten Firmen die Parallelität als Voraussetzung für eine erneut erfolgreiche Pack&Move sehen.

Dadurch kam die Messe Basel in Zugzwang?

Kaufmann: Wir mussten erkennen, dass die Parallelität ein zu wichtiger Erfolgsfaktor war, um ihn zu vernachlässigen. Im November 2009 stieg der Druck durch die Ausstellergruppen. Zusammen mit dem Beirat haben wir entschieden, die Terminänderung trotz der Kurzfristigkeit zu realisieren.

Auf der letzten Pack&Move waren die wichtigsten Anbieter im Bereich Stapler mit Ausnahme einiger weniger Firmen nicht vertreten. Wird dies nun bei der nächsten Pack&Move anders sein?

Kaufmann: Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Situation an der Pack&Move 2010 kaum stark verändern wird. Wir sind aber nach wie vor im Gespräch mit den Staplerfirmen. Ziel ist, diese wichtigen Aussteller 2012 dabeizuhaben und die Pack&Move thematisch verwandt weiter auszubauen, etwa in Richtung Hebekrantechnik oder Vertikalförderung.

An der Easy Fairs in Bern waren allerdings die Staplerfirmen vertreten. Ist diese Veranstaltung eine Konkurrenz zur Pack&Move?

Kaufmann: Die Easy Fairs hat durchaus ihre Berechtigung als regionale Kontaktplattform. Die Pack&Move kann jedoch nicht mit der Easy Fairs verglichen werden. Unsere Messe ist eine Leistungsshow, an welcher sich die Aussteller vor einem zahlreichen Fachpublikum von ihrer besten Seite zeigen. Mit einem individuellen Messestand kann sich der Aussteller optimal präsentieren und sich von seinen Mitbewerbern abheben.

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Wie sieht derzeit das Ausstellerfeld der nächsten Pack&Move aus, wird die Messe grösser oder eher kleiner?

Kaufmann: Sie wird kleiner sein als diejenige im Jahr 2008. Diese Entwicklung müssen wir vorübergehend in Kauf nehmen, nicht zuletzt deshalb, weil der Entscheid, die Messe ein Jahr vorzuziehen, zum Zeitpunkt gefällt wurde, in dem verschiedene Firmen ihre Budgets für 2010 bereits verabschiedet hatten und nun nicht ohne weiteres zusätzliche Mittel für die Messe gesprochen werden konnten. Wir betrachten diese Messe als eine Investition in die Zukunft. Dass die Pack&Move wieder parallel zur Swisstech und zur Prodex stattfindet, hilft uns, insgesamt trotzdem eine interessante Grösse zu erreichen.

Bleibt man denn nun beim Zweijahresrhythmus?

Kaufmann: Das ist so vorgesehen.

Ist die jährlich stattfindende Logimat in Stuttgart eine starke Konkurrenz zur Pack&Move?

Kaufmann: Die diesjährige Logimat hatte rund 700 Aussteller, die letzte Pack& Move deren 240. Insofern ist es naheliegend, dass verschiedene Aussteller aus der Schweiz vermehrt Stuttgart als wichtige Messe belegen. Die Pack&Move hat jedoch den Vorteil, dass die gleichzeitig stattfindenden Messen Swisstech und Prodex zusätzliches Besucherpotenzial generieren, welches Stuttgart nicht bieten kann.

Sieht man bei der Messe Basel Möglichkeiten, die Pack&Move thematisch weiter auszubauen?

Kaufmann: Selbstverständlich kann die Pack&Move thematisch weiter ausgebaut werden. Im Zentrum steht jedoch, den Markt in den bestehenden Themen besser abzubilden, in dem der grösste Teil der Anbieter dieser Bereiche an der Pack&Move präsent ist. Dieses Ziel müssen wir für die nächsten Austragungen intensiv verfolgen und erst danach weitere Themen einbinden.

Werden die Aussteller mit attraktiven Standpreisen angelockt?

Kaufmann: Die Preise der diesjährigen Messe sind unverändert zu denjenigen von 2008. Wir haben aber ein spezielles Angebot mit einem einmaligen Preis-Leistungs-Verhältnis entwickelt, das sich «Benefit» nennt. Für den Betrag von 5900 Fr. bieten wir den Ausstellern für die vier Messetage eine Standfläche von 9 m2 sowie ein umfangreiches Dienstleistungspaket, welches einen individuellen Standbau, aber auch Catering- und Back-office-Aktivitäten umfasst.

Finden parallel zur Messe auch Veranstaltungen statt?

Kaufmann: Wir werden ein umfangreiches Begleitprogramm bieten. Das Forum insgesamt wird an allen vier Messetagen stattfinden und wird durch GS1 veranstaltet. Am ersten Messetag wird zusätzlich das Swiss-Cargo-Forum stattfinden, an welchem sich zahlreiche Referenten zu Fragen und Entwicklungen im gesamten Bereich des Supply Chain Management äussern. Eine eigene Veranstaltung wird auch der Logistik-Cluster Basel haben, gehört doch die Stadt am Rheinknie zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten der Schweiz. Geplant ist ferner die erstmalige Verleihung des Innovationspreises Pack&Move - eines Wettbewerbs für alle Aussteller, den wir zusammen mit der IGFT entwickelt haben.