Der bekannte Bonbonhersteller Halter exportiert seine Süssigkeiten in zahlreiche muslimische Länder. Auf der Verpackung wirbt die Firma prägnant mit dem Schweizerkreuz. Doch nun fürchtet CEO Toni Lötscher, dass der Swissness-Faktor vom Segen zum Fluch wird. Am Abstimmungsabend riefen ihn verunsicherte Geschäftspartner aus dem arabischen Raum an, so Lötscher. «Dieser Markt ist für uns wichtig, Swissness gehört zum wichtigsten Verkaufsargument.» Werner Hug, Verwaltungsratsdelegierter des Backwarenherstellers Hug AG, sagt: «Ich habe mich masslos geärgert über das Abstimmungsergebnis.» Bei Hug stehen Neuverhandlungen über Lieferverträge in den arabischen Raum an, denen Werner Hug nervös entgegenblickt.

Franz Schmid, Co-Geschäftsführer der Föderation Schweizer Nahrungsmittel-Industrien, bestätigt die aufkeimenden Befürchtungen: «Die Frage der Swissness erhält nach der Abstimmung eine neue Dynamik», sagt er. Die Schweiz als Wirtschaftspartnerin mache sich «unmöglich». Schmid empfiehlt den Lieferanten, direkt bei den muslimischen Importeuren Bedauern über den Volksentscheid auszusprechen. Laut dem Industrieverband ist der islamische Raum für die Schweizer Lebensmittelindustrie ein bedeutender Wachstumsmarkt. Saudi-Arabien ist bereits die sechstwichtigste Ausfuhrdestination für Dauerbackwaren.