Die Lufthansa-Führung erwägt, die vor drei Jahren übernommene und weiterhin stark defizitäre Austrian Airlines (AUA) fallen zu lassen. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung». Als Alternative werde in der Frankfurter Konzernzentrale erwogen, eine neue österreichische Fluggesellschaft auf der Basis der Regionaltochter Tyrolean zu gründen.

Voraussetzung ist laut der Zeitung, dass es nicht mehr gelingt, mit den Gewerkschaften einen Kompromiss über Einschnitte vor allem bei den Pilotengehältern zu finden. Ein Lufthansa-Sprecher wollte die Meldung auf Anfrage nicht kommentieren.

Der AUA-Aufsichtsrat hatte sich am Mittwoch nicht auf weitere Einsparungen bei den Personalkosten einigen können. Die AUA schreibt seit Jahren rote Zahlen, auch nach der Übernahme durch die Lufthansa im Jahr 2009 ging es nicht so schnell aufwärts wie gedacht.

Inzwischen gibt es auch Spekulationen, dass mit Andreas Bierwirth einer der AUA-Vorstände vor dem Abgang steht. Das «Manager Magazin» macht als Hintergrund der möglichen Trennung strategische Differenzen mit dem AUA-Aufsichtsratsvorsitzenden und Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer sowie AUA-Chef Albrecht aus.

Bierwirth habe offenbar der Linie seines Vorgesetzten zum harten Sparkurs nicht in allen Punkten folgen wollen, schreibt das Magazin. Auf Nachfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA wurde in Aufsichtsratskreisen am Donnerstag ein solcher Beschluss allerdings dementiert.

(chb/tno/awp)