Die zur St. Galler Kantonalbank gehörende Hyposwiss Privatbank wehrt sich gegen den Vorwurf der Geldwäscherei. Gemäss einer Prüfung der Revisionsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) habe die Hyposwiss keine Geldwäscherei betrieben und alle entsprechenden Meldepflichten eingehalten, teilte die St. Galler Kantonalbank (SGKB) mit.

Hyposwiss hatte bei PwC eine Prüfung der Vorwürfe in Auftrag gegeben, nachdem der russische Geschäftsmann Oleg Deripaska die Bank der Geldwäscherei bezichtigt hatte. Hintergrund ist ein Machtkampf um Norilisk Nickel, den grössten Nickel-Produzenten der Welt.

Wie die SGKB mitteilte hat PwC auch keine Hinweise auf eine Verletzung von Meldepflichten oder der Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken im Untersuchungszeitraum zwischen Juli 2010 und Oktober 2011 gefunden.

Simon Netzle, Mediensprecher der SGKB sagte, die Bank sehe sich in ihrer Einschätzung bestätigt. Details zum PwC-Bericht würden nicht publiziert, da das Bankgeheimnis tangiert würde.

Drehscheibe der kriminellen Transaktion?

Die SGKB mutmasst, dass trotz der Prüfung weiter Druck auf die Strafuntersuchungsbehörden ausgeübt werden könnte. Sie behalte sich vor, künftig gegen unberechtigte Vorwürfe juristisch vorzugehen.

Laut Medienberichten soll Deripaska durch ein unlauteres Aktiengeschäft seines Gegenspielers Vladimir Potanin über eine Milliarde Franken verloren haben. Er wirft Hyposwiss vor, als Drehscheibe der kriminellen Transaktion fungiert zu haben.

Anfang November war Hyposwiss-Verwaltungsrat Hans Bodmer, den Deripaska ebenfalls beschuldigt hatte, von seinem Amt zurückgetreten.

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(tno/sda/awp)