DFB-Präsident Wolfgang Niersbach tritt zurück. Er ziehe damit die Konsequenzen aus den Ermittlungen in der Affäre um die Vergabe der Fussball-WM 2006, sagte Niersbach am Montag. «Um diesen DFB und das Amt zu schützen, trete ich schweren Herzens als DFB-Präsident zurück.»

In einer persönlichen Erklärung wies Niersbach jedwedes Fehlverhalten in den Bereichen zurück, für die er vor der WM 2006 zuständig war. «In den mir zugeteilten Bereichen Marketing, Medien, Akkreditierungen und Veranstaltungsorganisation kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir persönlich absolut nichts vorzuwerfen habe.»

«Keinerlei Kenntnis»

Allerdings sei er vor wenigen Wochen mit Vorgängen konfrontiert worden, in die er damals nicht einbezogen gewesen sei und die auch für ihn viele Fragen offenliessen, erklärte Niersbach. «Ich bleibe dabei und möchte noch einmal unmissverständlich klarstellen, dass ich von den Hintergründen der im Raum stehenden Zahlungsflüsse keinerlei Kenntnis hatte. Umso schwerer ist mir die Entscheidung gefallen, die politische Konsequenz daraus zu ziehen.» Er werde auch nach seinem Rücktritt «alles für eine umfassende Aufklärung der Vorgänge beitragen».

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte die Ermittlungen mit einem Bericht über eine angebliche schwarze Kasse ins Rollen gebracht. Niersbach hatte daraufhin wiederholt bestritten, die Entscheidung für Deutschland als Ausrichter der Fussball-WM 2006 sei gekauft gewesen. Auf einer Pressekonferenz Ende Oktober hatte er angegeben, er habe erst vor kurzem von Details einer Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken an die Fifa erfahren. Vergangene Woche hatte die Steuerfahndung die DFB-Zentrale in Frankfurt und auch die Privathäuser von Niersbach sowie zwei weiteren früheren DFB-Funktionären durchsucht.

(reuters/dbe/mbü)