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WM-Land Brasilien versteigert Flughäfen - Zürich geht leer aus

Brasilien (Bild: neues Nationalstadion in Brasilia) stehen gleich zwei Grossanlässe ins Haus. (Bild: Keystone)

Brasilien hat drei seiner grössten Flughäfen versteigert. Zur grossen Überraschung erhielten die Favoriten aus Europa den Zuschlag nicht. Mit der Fussball-WM und den Olympischen Sommerspielen versprec

Veröffentlicht am 09.02.2012

Brasilien gehört zu den Wachstumsländern - auch im Fluggeschäft. So haben sich zahlreiche Konkurrenten um die Flughäfen Guarulhos in São Paolo (jährlich 30 Millionen Passagiere), Viracopos in Campinas (7,5 Millionen) und in Brasilia (15 Millionen) gestritten, die zur Versteigerung standen.

Die Reihe der Interessenten war prominent besetzt, wie das Online-Newsportal «aeroTelegraph» berichtet. So seien die deutsche Fraport, der Flughafen Zürich und die spanische Aena alle mit einem Anteil von rund 10 Prozent in Konsortien engagiert, die sich um den Betrieb der drei brasilianischen Flughäfen für die kommenden zwanzig bis dreissig Jahre stritten.

Die Überraschung bei den Experten ist nun gross: Alle Favoriten aus Europa gingen leer aus. Das Traumlos für den Flughafen Guarulhos zog - zusammen mit der Airport Company South Africa - der brasilianische Pensionsfonds Invepar, die den Zuschlag für rund 8,6 Milliarden Franken erhielt. Der Preis entspräche mehr als 370 Prozent des ausgeschriebenen Mindestpreises.

Viracopos ging an ein Konsortium aus brasilianischen Investmentfirmen und der französischen Egis Airport. Der Flughafen in der Hauptstadt Brasilia werde künftig vom brasilianischen Ingenieurbüro Infravix und der argentinischen Corporacion America betrieben, so der Bericht weiter.

«Als börsenkotierte Aktiengesellschaft sind wir verpflichtet, Mehrwert für unsere Eigentümer zu schaffen», gab sich Marc Rauch, Sprecher des Flughafen Zürich, vor Wochenfrist in der «Handelszeitung» noch zuversichtlich. Das Unternehmen verfolgt deshalb seit dem Jahr 2000 eine Auslandsstrategie - mit Anlaufschwierigkeiten: Ein erster grosser Versuch in Indien lief anders als geplant, das Engagement in Venezuela endete mit einer Enteignung.

Heute ist der Flughafen Zürich an elf kleineren Flughäfen präsent, vor allem in Lateinamerika - die aktuelle Niederlage reiht sich allerdings in die bisherigen Erfahrungen in Brasilien ein.

Mit der Fussball-Weltmeisterschaft (2014) und den Olympischen Sommerspielen (2016) versprechen gleich zwei Grossereignisse, die Kassen der Flughafenbetreiber zu füllen.

(vst)

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