Auf den Baustellen des WM-Gastgeberlandes Katar werden Gastarbeiter nach Einschätzung von Amnesty International systematisch schikaniert und ausgebeutet. Die Arbeiter, die zumeist aus Südasien stammten, würden «wie Vieh behandelt» und ihrer Löhne beraubt, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Sie appellierte an den Weltfussballverband Fifa, dem Emirat deutlich zu verstehen zu geben, dass sie Menschenrechtsverletzungen bei Bauprojekten für die Fussball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022 nicht dulde.

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«Viele Arbeiter erhalten oft monatelang keinen Lohn und werden trotzdem zur Arbeit gezwungen, indem man ihnen mit kompletten Lohnausfall oder der Abschiebung droht», sagte Amnestys Expertin für Katar, Regina Spöttl, am Sonntag. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen auf den Baustellen oft unzureichend: So würden keine Schutzhelme und nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Die Arbeiter würden zudem oft in überfüllten Unterkünften untergebracht, in denen es zum Teil weder Strom noch fließendes Wasser und sanitäre Anlagen gebe.

Die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar waren zuvor auch in Medienberichten und von Gewerkschaften kritisierten worden. Die Fifa erklärte, es sei ihr Ziel, in den Gastgeberländern ihrer wichtigsten Veranstaltungen «gesunde, sichere und würdige Arbeitsbedingungen für alle» zu gewährleisten.

(reuters/tke/aho)