Dass die Wohnungsproduktion auf Hochtouren läuft, zeigt sich in der um 12% auf 63500 gestiegenen Ziffer im Bau befindlicher Einheiten per Ende 2009. Die Zahl der baubewilligten Wohnungen stieg laut Bundesamt für Statistik (BfS) im 4. Quartal 2009 sogar um rekordhafte 19% und fürs ganze Jahr um 2% auf über 52000. Die Wohnimmobilien werden durch die sehr tiefen Hypothekarzinsen und die in abnehmendem Masse ansteigende Bevölkerung positiv beeinflusst. Infolge der stetigen Zuwächse an Miet- und Eigentumswohnungen könnten leicht steigende Leerstände und moderate Preisrückgänge den Wohnflächenmarkt beeinträchtigen.

Einfamilienhausmarkt gesättigt

Das Einfamilienhaussegment ist durch ein verändertes Markt-umfeld unter Druck geraten und die Zahl der 2009 erteilten Baubewilligungen ist so tief wie schon lange nicht mehr. Wie die neueste Studie der CS zum Immobilienmarkt weiter ausmacht, zeigen sich bei Einfamilienhäusern die Anzeichen einer Marktsättigung mit rückläufiger Preisentwicklung.

Der Wohnungsbau entwickelte sich entgegen den Erwartungen auch im 4. Quartal 2009 überraschend positiv. Die entsprechenden Umsätze konnten gegenüber dem Vorjahresquartal nochmals um 4,2% zulegen. Diese Entwicklung stimmt zuversichtlich, dass auch 2010 kein eigentlicher Einbruch im Wohnungsbau zu verzeichnen sein wird. Dazu weist der Baumeisterverband in seiner Quartalsstatistik darauf hin, dass die Wohnbautätigkeit der letzten Jahre aussergewöhnlich hoch war. Wurden 2003 gemäss Statistik des BfS nur 32000 Wohnungen fertiggestellt, waren es im Jahr 2008 rund 44200, was einem Anstieg von satten 38% entspricht. Nachdem im vergangenen Jahr ein Reinzugang von 39500 neuer Wohnungen zu verzeichnen war, wird sich 2010 die Zahl bezugsbereiter Wohnungen nach den Erwartungen des neuen Bauindex Schweiz auf geschätzte 41000 Wohneinheiten belaufen. Regional sind grosse Differenzen feststellbar, wobei der Boom im Wohnungsneubau die Kapazitäten der Bauunternehmen in den letzten Jahren praktisch ausgelastet hat.

Anzeige

Büroflächenangebot steigt

Die Bautätigkeit im Wirtschaftsbau liegt - auch wenn sich die Auftragsbücher wieder etwas füllen - nach den Schätzungen des Bauindex Schweiz noch 2,3% unter dem Wert des 4. Vorjahresquartals. Erfahrungsgemäss reagiert der gewerblich-industrielle Bau am markantesten auf konjunkturelle Entwicklungen. So wundert es nicht, dass dieser sich 2009 mit -4,7% erheblich verlangsamt hat. Bei den Geschäftsflächen zeigte sich, dass die Leerstandsziffer ihren Tiefpunkt durchschritten hat.

Die Bruttowertschöpfung der gesamten Immobilienwirtschaft wird auf 5,5 Mrd Fr. beziffert, wie der Branchenreport von CS Economic Research feststellt. Dies bei 25500 Beschäftigten und einer ausgewiesenen Arbeitsproduktivität von 188000 Fr. im Jahre 2008. Schwerpunktmässig sind im Immobiliesektor die Liegenschaftenverwaltungen mit einem Anteil von mehr als der Hälfte vertreten, ein Viertel entfällt auf das Makler- und Schätzwesen und 20% entfallen auf Vermietung bzw. Handel.