Die Schweizer Bauinvestitionen erwiesen sich im Krisenjahr 2009 mit einem beachtlichen Zuwachs von real rund 3% als massgebliche Konjunkturstütze. Diese Funktion verdankte sich bei weitem nicht nur den direkten öffentlichen Impulsen im Zuge der Stabilisierungsmassnahmen. Auch die anteilsmässig wesentlich gewichtigeren privaten Investoren weiteten die Investitionen kräftig aus, vor allem im Neubaubereich.

Beschleunigtes Wachstum

Für das Jahr 2010 geht BAKBASEL bei den realen Bauaufwendungen von einem nochmals beschleunigten Wachstum um 4.7% aus. Damit erreicht das reale Investitionsniveau auch im längerfristigen Rückblick einen absoluten Rekordwert. Die Mixtur aus historisch niedrigen Zinsen und verbesserten regulatorischen Anreizen stimuliert vor allem die Umbau- und Sanierungsinvestitionen. Das gilt insbesondere für den Wohnbau, wo sich der in den letzten Jahrzehnten aufgebaute «Sanierungsstau» nun mit einer Initialzündung aufzulösen scheint.

Über den Prognosezeitraum 2011 bis 2016 werden jedoch zwischenzeitliche Korrekturen für den Boom der vergangenen Jahre nicht ausbleiben, zumal die Finanz- und Wirtschaftskrise durchaus noch nachwirkt. Zudem ist zu bedenken, dass sich das extrem niedrige Zinsniveau in den kommenden Jahren wieder normalisieren wird. Das Investitionsniveau bleibt aber mittelfristig hoch. Stützend wirken insbesondere die gemäss dem Basisszenario von BAKBASEL ab dem Jahr 2012 wieder recht hohe konjunkturelle Dynamik sowie die Nettoeinwanderung. Damit wird sich die Zahl neu erstellter Wohnungen im Prognosezeitraum bei rund 40 000 Einheiten pro Jahr einpendeln. Damit liegt die Zahl der Wohnungsfertigstellungen auch mittelfristig deutlich höher als es beispielsweise noch in den Jahren 2000 bis 2004 der Fall war. Der Rekordwert des Jahres 2008 (rund 44 000 Fertigstellungen) wird jedoch nicht mehr erreicht.

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Die Umbau- und Sanierungsinvestitionen von Wohnungen werden auch mittelfristig eine höhere Dynamik aufweisen als der Neubau. Die Anpassung des Gebäudebestandes an neue energetische und ökologische Anforderungen wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Für den Einfamilienhausbau kommt hinzu, dass sich hier die Nachfrage immer mehr im Rahmen des bereits bestehenden Bestandes vollzieht. Die Übergabe an neue Eigentümer oder Mieter ist zumeist mit Umbau- und Renovationsarbeiten verbunden.

Wenig Dynamik bei Büros

Weniger dynamisch ist das Bild bei einem der grössten Profiteure des vergangenen Wirtschaftsbooms, dem Büro- und Verwaltungsbau. Die Jahre 2011 bis 2012 werden zunächst durch einen Rückgang der Neubauinvestitionen geprägt. So laufen einige der Grossprojekte aus, beispielsweise der Prime Tower in Zürich. Der zu erwartende Abschwung könnte jedoch dadurch gemildert werden, dass einigen neuen Grossprojekten, wie dem Roche Tower in Basel, eine recht hohe Realisierungswahrscheinlichkeit beizumessen ist.

Eine Darstellung und Diskussion dieser Prognosen finden sich in der neuen «Hochbauprognose 2010 - 2016» (www.bakbasel.com).