Sein Ort habe offenbar besondere Qualitäten, sagte der – nein, nicht Stadt-, sondern Gemeindepräsident Urs Graf beim Medienapéro zur Begrüssung, und keiner der Anwesenden mochte ihm da widersprechen – trotz des Wetters, das eher an den März als an einen Altweibersommer erinnerte. Für Hauke Stars, die Chefin von Co-Sponsor HP Schweiz, ist Interlaken ein gutes Beispiel eines hoch vernetzten Standortes eines hochstehenden Anlasses – etwas Ähnliches gebe es in Deutschland nicht. Für Orange-CEO Andreas Wetter, dienstältester Chef eines der schweizerischen Telekom-Netzbetreiber und ebenfalls Co-Sponsor, war der direkte Zugang zu Kunden sehr attraktiv.

Und Peter Waser, Chef von Microsoft in der Schweiz und Vertreter des dritten Sponsors? Natürlich sieht auch er die vielen Vorteile von Interlaken, die es mit sich bringen, dass sich Besucher der X-Days dem Datum an dem Ort in ihrer Agenda gezielt widmen «müssen» und die Veranstaltung nicht einfach so eben zwischen zwei Geschäftstermine schieben können. Aber Waser dachte schon an die nächste Veranstaltung seiner Firma, und das ist der Besuch des obersten Chefs Steve Ballmer am 4. Oktober. Im 30-Minuten-Takt wird Waser dann ab morgens um sieben durch den Tag schleusen.

Davor hatten andere Redner wie Wolfgang Schüssel, ehemaliger Bundeskanzler von Österreich, über den Ausbau des E-Gouvernment, Wolfgang Heckl über Nanotechnologie und Gertrud Höhler den 1500 Besuchern über ihre Führungsrezepte berichtet. Geblieben war vielen Besuchern die für den Apéro durchaus relevante Frage nach dem akzeptierbaren Weinkonsum: Zwei bis drei Gläser sind für Männer okay, zitierte ein Besucher die Referentin Antoinette Sarasin Gianduzzo.

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Ende 2009 soll laut Graf neben dem bestehenden Kongresszentrum ein neuer Saal eröffnet werden. Sicher ist eines: Auch im nächsten Jahr sollen laut den Aussagen der drei Länderverantwortlichen die X-Days wieder in Interlaken stattfinden. Das Dorf hat eben seine besonderen Qualitäten.