1. Home
  2. Unternehmen
  3. Xing-Chefjournalist nimmt den Hut

Konsequenz
Xing-Chefjournalist nimmt den Hut

Roland Tichy: Er arbeitet nicht mehr bei Xing. Keystone

Der oberste Journalist beim Karrierenetzwerk Xing verlässt das Unternehmen. Zuvor war Roland Tichy in die Kritik geraten – Tichy bezeichnet die Vorwürfe als «Kampagne».

Veröffentlicht am 09.01.2017

Der oberste Journalist des deutschen Karrierenetzwerks Xing, Roland Tichy, zieht mit einem Rücktritt die Konsequenzen aus öffentlicher Kritik an seiner publizistischen Arbeit. Angesichts einer Kampagne gegen ihn und das Unternehmen gebe er die Leitung des Xing-Diskussionsportals «Klartext» auf, teilte Tichy am Montag mit. Dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern zuliebe trete er mit sofortiger Wirkung als Herausgeber zurück, erklärte der frühere Chefredaktor der «Wirtschaftswoche».

Auslöser der Empörungswelle im Netz war ein Meinungsbeitrag, der auf Tichys eigenem Internetportal «Tichys Einblick» erschienen war. Der Artikel eines Gastautors trug den Titel «Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten». Tichy erklärte, er distanziere sich von dem Beitrag, habe ihn entfernt und sich entschuldigt. Er habe Morddrohungen erhalten. Tichy bezeichnet die Ausrichtung seines Portals als «liberal-konservativ».

Boykottaufrufe gegen Xing

Xing hatte Tichy 2015 als prominenten Journalisten zum Aufbau seines «Klartext»-Angebots geholt, um im Rennen gegen den US-Rivalen LinkedIn Mitglieder anzulocken. Nun sah sich Xing allerdings aufgrund wachsender Kritik an Tichy mit Boykottaufrufen konfrontiert.

Das Unternehmen dankte dem Publizisten zum Abschied für seine Aufbauarbeit. Xing plant nach eigenen Angaben keine Neubesetzung des Postens. Chefredaktorin Jennifer Lachman stehe künftig allein an der Spitze.

(reuters/mbü/jfr)

Anzeige