Yahoo findet nicht auf den Wachstumspfad zurück: Im ersten Quartal des Jahres hat der Internet-Konzern einen erneuten Gewinneinbruch um 28 Prozent verkraften müssen. Mit 223 Millionen Dollar übertraf das Unternehmen dennoch die Erwartungen von Analysten, die noch darunter gelegen hatten. Nachbörslich stieg daraufhin die Yahoo-Aktie um 2,36 Prozent auf 16,50 Dollar.

Auch der Umsatz sackte ab: Er liegt jetzt 24 Prozent tiefer bei 1,21 Milliarden Dollar. Gründe dafür sei die Suchmaschinen-Partnerschaft mit Microsoft. Damit einhergegangen sei eine Änderung der Bilanzierung.

Die beiden Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um damit dem Marktführer Google mehr Druck zu machen. Yahoo profitiert dabei von der Technologie von Microsofts Suchmaschine Bing. Doch es gibt Probleme: Yahoo-Chefin Carol Bartz sprach von technischen Problemen bei dem neuen Partner. Microsoft werde voraussichtlich länger brauchen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Die Konzernführung zeigt sich dennoch optimistisch: Yahoo sei auf dem Weg zu einem "nachhaltigen Wachstum bei Umsatz und Gewinn", so Bartz. Sie will den Internet-Pionier als einen "Premium-Inhalte-Anbieter" positionieren. Auf diesem Weg trennte sie sich seit dem Amtsantritt im Januar 2009 von Firmenteilen und strich allein in den vergangenen Monaten mehrere hundert Jobs. Doch die Probleme sind noch lange nicht ausgestanden: Im vergangenen Quartal wurde das Ergebnis durch das Japan-Geschäft belastet.

Anzeige

Yahoo finanziert sich vor allem über Werbung. Das sind zum einen Textanzeigen, die passend zu Suchergebnissen erscheinen. Dieser Bereich wird von Google dominiert. Der zweite grosse Geschäftsteil sind grafische Werbeanzeigen auf Websites, die sogenannten Banner. Die Erlöse in diesem Bereich wuchsen um 6,4 Prozent - allerdings wären es ohne eine Bilanzierungsänderung 17 Prozent gewesen, betont der Konzern. Google drängt auch in diesen angestammten Geschäftsbereich von Yahoo. Zudem ist ein dritter grosser Spieler im Kampf um die Werbemilliarden aufgetaucht: das rasant wachsende Online-Netzwerk Facebook.

(laf/tno/awp)