Der juristische Streit um gesundheitliche Folgen seiner Antibaby-Pillen Yasmin und Yaz kostet Bayer mittlerweile 1,4 Milliarden Dollar an Vergleichszahlungen. Der Konzern habe sich in den USA, ohne eine Haftung anzuerkennen, bis zum 8. Juli mit insgesamt 6760 Klägerinnen verglichen, teilte der Konzern mit. 

Der Gerichtsstreit in den Vereinigten Staaten um Thrombose-Gefahren der Bayer-Pillen hält schon Jahre an. Bayer vergleicht sich nur mit solchen Klägerinnen, bei denen gefährliche Blutgerinnsel, etwa Venenthrombosen oder Lungenembolien, aufgetreten sind. Im Juni wurde dem Konzern auch in Israel eine Sammelklage zugestellt.

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300 Millionen zur Seite gelegt

Die Antibaby-Pillen gehören zu den umsatzstärksten Präparaten von Bayer. Mit den Verhütungsmitteln Yaz/Yasmin/Yasminelle setzte Bayer 2012 zusammen weltweit 1,05 Milliarden Euro um.

Zudem teilte Bayer-Finanzchef Werner Baumann in einer Telefonkonferenz mit, der Konzern habe rund 300 Millionen Euro zur Seite gelegt, nachdem der Konzern ein Spruchverfahren gegen ehemalige Schering-Aktionäre verloren hatte.

Das Landgericht Berlin hatte entschieden, dass der Konzern nachträglich seine Ausgleichszahlungen deutlich erhöhen muss. Bayer hatte Schering 2006 für rund 17 Milliarden Euro übernommen, die Börsennotierung wurde schliesslich 2008 eingestellt. Gegen die bei der Übernahme gezahlten Abfindungen hatten mehrere Kleinaktionäre geklagt. Bayer hat gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. 

(muv/tno/reuters)