Die Galerie Gmurzynska zeigt vom 14. Juni bis zum 30. September 2010 die Ausstellung «Zaha Hadid and Suprematism». Ausgehend vom prägenden Einfluss der Meister der russischen Avantgarde auf Zaha Hadid, kuratiert und gestaltet die Gewinnerin des Pritzker-Architekturpreises (2004) diese bedeutende Ausstellung. Sie hat dafür eigens ein Raumprojekt in Schwarzweiss entworfen. Indem Hadid die Räume der Galerie Gmurzynska, Zürich, am historischen Paradeplatz verhüllt, kreiert sie eine standortspezifische Installation transformativen Designs als Ausstellungsfläche. Die Schau stellt der Installation mit ausgewählten Designstudien von Zaha Hadid Highlights der legendären Galeriensammlung mit russischer Avantgarde gegenüber. Unter den Meisterwerken, die Hadid ausgewählt hat, befinden sich Arbeiten von Illya Chashnik, El Lissitzky, Kasimir Malevich, Alexander Rodchenko und Nikolai Suetin. Zusammen verdeutlichen diese Werke zum einen die beständigen Beiträge von Zaha Hadid an die Kultur unserer Zeit, zum anderen den nachhaltigen Einfluss und die Wichtigkeit der russischen Avantgarde.

Es ist dies die erste Ausstellung, die sich der engen Beziehung zwischen dem Werk von Zaha Hadid und dem der russischen Suprematisten des frühen 20. Jahrhunderts widmet. Diese Verbindung hat Hadids gesamte Karriere durchzogen - angefangen bei ihrer Abschlussarbeit für die Architectural Association. In «Malevich’s Tektonik» griff sie die visuelle Zerlegung von Malevich auf und nutzte diese als Ausgangspunkt für das Design eines Londoner Hotels. 1992 wurde Hadid vom Solomon R. Guggenheim Museum in New York beauftragt, das Ausstellungsdesign für die legendäre Retrospektive der russischen Avantgarde «The Great Utopia» zu schaffen.

Gravitationsfreier Raum

Es ist bekannt, dass Zaha Hadid ihre ersten Inspirationen von der frühen russischen Avantgarde bezog, insbesondere von Kasimir Malevich. Mit seinen bahnbrechenden Tektoniken war dieser ein Pionier der Abstraktion und der direkten Verknüpfung abstrakter Kunst mit Architektur. Seine Tektoniken sind dynamisch ausbalancierte Kompositionen, die streng dem Prinzip der Orthogonalität folgen. Zaha Hadids Werk liess die scheinbar unantastbaren architektonischen Prinzipen bald hinter sich und übertrug den gravitationsfreien Raum der russischen Avantgarde in die ihr eigene architektonische Sprache.

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Eines der Highlights der Ausstellung wird die Präsentation einiger der letzten Arbeiten der russischen Avantgarde sein, die sich noch in Privatbesitz befinden. Darunter sind Kasimir Malevichs Gemälde «Dissolution of a Plane» (1917) und Alexander Rodchenkos «Composition No. 99», Öl auf Sperrholz (1920).