Die Konsolidierung in der Krankenversicherungsbranche verschärft sich. Davon ist Georg Portmann, CEO des Krankenversicherers CSS, überzeugt. «Es geht wohl mittelfristig in Richtung 50 Kassen oder weniger», sagt Portmann im Interview. Allein zwischen 1990 und 2006 ist die Branche von 246 auf 87 Kassen geschrumpft. Dabei hat CSS aktiv mitgemischt – sie hat Ende 2007 Intras übernommen und ist damit nach Helsana zur Schweizer Nummer zwei aufgestiegen. Portmann hat aber höhere Ambitionen. «Wir wollen die Nummer eins werden.» Deshalb sei die CSS offen für weitere Schritte und sehe sich aktiv nach weiteren Akquisitionszielen um. Denn Krankenkassen, die nicht über eine gewisse Grösse verfügten, hätten es im schweizweiten Wettbewerb zunehmend schwer. Portmanns Zukunftsvision für die Krankenkassen geht denn auch in Richtung Konzentration: «Gute Wahlmöglichkeiten bedeuten für die Konsumenten, dass sie mindestens zwischen vier und sieben Krankenkassen auswählen können», so Portmann.

Für die Schweizer Versicherten fordert der CSS-Chef zudem eine Öffnung der Grundversicherung sowie eine vom Gesundheitszustand unabhängige Freizügigkeit. Im selben Atemzug tönt er aber auch weitere Prämiensteigerungen an. «Nach 2009 wird für die Prämienzahler Kostenwahrheit folgen. Dann werden die Versicherungsprämien kostendeckend sein müssen.»